Heiliger Evangelist Matthäus (*-63)

Der Heilige Evangelist Matthäus

geboren in Bethlehem (?) in Palästina
gestorben 63 (?) in Äthiopien

KonventMattheo

Vom Evangelist Matthäus gibt es wenige Nachrichten.
Er kam nach der Himmelfahrt Jesu Christi durch das Los – auch Joseph Barnabbas stand zur Wahl – als Nachrücker in das Apostelkollegium um den Platz des Judas Iskariot einzunehmen (Apostelgeschichte 1, 26). Nach Berichten stammte Matthäus aus einer wohlhabenden Familie in Bethlehem; er habe Jesus in jungen Jahren kennen gelernt und zu den 70 Jüngern gehört, die Jesus zur Verkündigung des Reiches Gottes aussandte (Lukasevangelium 10, 1).

Matthäus wirkte nach Überlieferungen in Judäa für den Glauben, wurde wegen seiner Heilungen, Bekehrungen und gelehrten Predigten beim Hohen Rat verklagt. Er wurde zum Tode verurteilt, gesteinigt und nach römischem Brauch mit dem Beil enthauptet.
Nach anderen Überlieferungen soll Matthäus in Griechenland oder im Kaukasus oder (wie Matthäus) in einem Äthiopien genannten Land am Schwarzen Meer den Glauben verkündet haben und im Jahr 63 zuerst gesteinigt, dann mit dem Beil erschlagen worden sein.

Matthäus Reliquien sollen in Rom in S. Maria Maggiore bestattet worden, dann in Teilen mit Unterstützung von Helena durch Bischof Agritius nach Trier gebracht worden sein; schriftliche Zeugnisse darüber liegen erst aus dem 9. Jahrhundert vor. Weitere Reliquien liegen in der Kirche S. Giustina in Padua.

Geschichte des Klosters “San Matteo”

Das Städtchen San Marco in Lamis geht schätzungsweise auf das 10.-11. Jh. zurück, als Hirten in den Sümpfen (auf lateinisch lamae) dieser Gegend Zuflucht vor den Beutezügen der Sarazenen suchten.

Es wurde von den Langobarden auf einer Anhöhe etwa 9 km von San Giovanni Rotondo erbaut. Das Kloster war ein wichtiges Zentrum des Benediktinerordens, später der Zisterzienser und schließlich der Franziskaner.

Zur Zeit der Erscheinungen des Erzengels Michael war das Kloster schon ein Teil des Pilgerwegs der Langobarden – “Via Sacra Langobardorum”. Es diente als Hospiz, in dem die Wallfahrer Unterkunft fanden, bevor sie nach Monte Sant’Angelo weiterzogen. Dann verwandelten die Benediktiner das Pilgerhospiz in eine Abtei, die weiterhin eine wichtige Station für die Wallfahrer blieb.

Um das Jahr 1300 übernahmen die Zisterzienser das Kloster, und 1578 schließlich die Franziskaner.

Gegen Ende des 15./Anfang des 16. Jh. erhielt das Kloster die Reliquie des Apostels Matthäus, der in Salerno begraben war. Von diesem Zeitpunkt an nannte sich das Kloster „San Matteo“ und nicht mehr „San Giovanni in Lamis“.

In seiner bis heute äußeren Struktur bewahrt das Kloster die typische Einfachheit der Benediktinerbauten.

Ein langer Gang mit Fenstern zum Klosterhof führt zur Kirche. Der Klosterhof wurde dann von den Franziskanern umgestaltet, die auch den alten Brunnen mit einer neuen Einfassung versahen.

SanMatteo
Statue des Hl.Mattäus im byzantinischen Stil in Gargano

Die ein schiffige Kirche hat ein Eindruck volles Gewölbe und Seitenkapellen mit barocken Altären. Auf dem Hochaltar befindet sich eine Holzplastik des Apostels und Evangelisten Matthäus. Die Kunsthistoriker sehen in dieser Statue einen segnenden Christus (13. Jh.).

In den ehemaligen Stallungen wurde die Klosterbibliothek mit ihren über 60.000 Bänden untergebracht. Sie besitzt auch eine Antikensammlung mit vorgeschichtlichen Funden.

In weiteren Räumen ist das Museum für religiöse Kunst (Museo di Arte Sacra) untergebracht, welches auch weitere Sammlungen des Klosters zeigen. (Einrichtungsgegenstände, Messgewänder, Votivgaben u.a.m.).

Sehenswert ist auch die große, liebevoll gestaltete Krippe.