Heiliger Dismas – der rechte Schächer neben Jesus am Kreuz

Der Heilige Dismas – der rechte Schächer neben Jesus am Kreuz

Wer kennt ihn nicht, den rechten Schächer – neben Jesus am Kreuz.

 Während der linke Schächer „Gesmas“ am Kreuz über Jesus lästerte, bat der Verbrecher „Dismas“  – rechts am Kreuz  – Jesus um Verzeihung für seine Sünden… Jesus sagte am Kreuz zu ihm: „Heute noch wirst du bei mir im Paradiese sein!“

 In der Heiligen Schrift bei Markus 15, 27 heißt es über die Bekehrung dieses Räubers: „Mit Jesus kreuzigten sie zwei Räuber, den einen zu seiner Rechten, den anderen zu seiner Linken.“

 Bei Lukas 23, 39 ff wird berichtet: „Einer von den Missetätern, die am Kreuze hingen, lästerte ihn mit den Worten: „Bist du nicht der Messias? So rette dich selbst und uns“.

Der andere aber verwies es ihm und sagte: „Fürchtest auch du Gott nicht, und du leidest doch die gleiche Pein. Wir leiden allerdings mit Recht, denn wir empfangen die gerechte Strafe für unsere Taten, dieser aber hat nichts Böses getan!“ Darauf erwiderte ihm Jesus: „Wahrlich, ich sage dir, heute noch wirst du bei mir im Paradiese sein!“

  „Dismas“, der rechte Schächer, wurde gefangen genommen. Sein Mörder- und Räuberleben hat nun ein Ende. Er war mit „Gesmas“, dem linken Schächer, und mit „Barabbas“, dem Aufrührer und Mörder, zur gleichen Zeit im Kerker wie Jesus. Das Urteil lautete auf Kreuzestod. Sie wurden vor der Kreuzigung gegeißelt. Pilatus ließ Jesus früher geißeln und erhoffte, beim traurigen Anblick das Mitleid des Volkes zu erwecken. Doch das Volk schrie: „Nicht diesen, sondern Barabbas!“ Das aufgehetzte Volk hat für  Barabbas die Freiheit verlangt, ihn dem Heiland vorgezogen.

Die Verurteilten mussten ihr Kreuz selbst zur Richtstätte „Golgotha“ tragen. Mit Dismas wurde auch Gesmas gekreuzigt. Zwischen den beiden Verbrechern hing  Jesus, der Heiland, am Kreuze.

Die Kreuzigung war damals eine schreckliche, qualvolle, eine der furchtbarsten Todesstrafen, bestimmt für Schwerverbrecher, die keine römischen Bürgerrechte besaßen. Sie geschah mit langen, eisernen Nägeln; geschlagen durch die Handwurzeln, nicht durch die Handteller, wie man es oft darstellt, und durch beide Füße übereinander wurde ein langer Nagel geschlagen

 Auch die Soldaten spotteten über Jesus und sagten: „Bist du der Judenkönig, so hilf dir nun.“ „Bist du der Sohn Gottes, so steige vom Kreuz herab! Ist er der König Israels, so steige er vom Kreuz hernieder, so wollen wir ihm glauben. Er vertraute Gott, der helfe ihm nun!“

 Ein Soldat steckte einen Schwamm mit Essig auf einen Stab und hielt ihn Jesus vor das Angesicht, und er schien ein wenig zu saugen.

 Jesus aber richtete sein Haupt zum Himmel und sagte: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, und betete still weiter.

„Dismas“, der rechte Schächer, war tief gerührt, als Jesus für seine Feinde betete und er erhob seine Stimme laut und sagte: „Wie ist es möglich, ihr lästert Ihn und Er betet für euch, Er hat geschwiegen und geduldet und betet für euch und ihr lästert, Er ist ein Prophet, Er ist unser König, Er ist Gottes Sohn!“

Über diese Worte aus dem Mund des hängenden Mörders entstand ein Tumult unter den Spöttern und sie suchten Steine und wollten ihn am Kreuze steinigen. Der Hauptmann Abenadar aber wehrte ab, ließ sie auseinander treiben und stellte Ordnung und Ruhe her. Die Spötter begannen zu schweigen, die Pharisäer versuchten noch, alles natürlich zu erklären.

Es gelang ihnen aber schlecht, und auch sie wurden von einer inneren Angst befallen. Alle Menschen schauten zum Himmel empor. Viele schlugen an die Brust, rangen die Hände und schrien: „Sein Blut komme auf seine Mörder!“ Manche in der Nähe und Ferne warfen sich auf die Knie und baten Jesus um Verzeihung, und Jesus wendete in seinen Schmerzen die Augen zu ihnen.

Während die Finsternis immer mehr zunahm und alles nach dem Himmel schaute und das Kreuz, außer von Jesu Mutter und den nächsten Freunden, verlassen da stand, richtete Dismas, der in tiefer Reue versunken gewesen war, in demütiger Hoffnung sein Haupt auf zu Jesus und sprach: „Herr, lass mich an einen Ort kommen, wo Du mich erlösen magst, gedenke meiner, wenn du in Dein Reich kommst!“ Da sprach Jesus zu ihm: „Wahrlich, ich sage dir, heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein!“ Da blickte der Herr seine liebe Mutter gar ernst und mitleidig an und wendete seine Augen zu Johannes und sagte zu ihr:

„Weib, sieh, das ist dein Sohn; er wird noch mehr dein Sohn sein, als wenn du ihn geboren hättest.“ Er lobte auch noch Johannes und sagte: „Er ist immer arglos glaubend gewesen und hat sich nicht geärgert, außer damals, da seine Mutter ihn wollte erhöht haben.“ Zu Johannes aber sagte er: „Sieh, das ist deine Mutter!“ Und Johannes umarmte die Mutter Jesu, die nun auch seine Mutter geworden war, ehrerbietig, wie ein frommer Sohn, unter dem Kreuz des sterbenden Erlösers.

 Während dieser Zeit war eine allgemeine Angst und Bestürzung, Nebel und Nacht lag in den Straßen, die Menschen tappten verwirrt umher, viele lagen in Winkeln mit verhülltem Haupt und schlugen an die Brust, viele schauten nach dem Himmel und standen auf den Dächern und wehklagten. Es sammelten sich auch Menschen auf den öffentlichen Plätzen. Pilatus in seinem Palast ließ die Ältesten der Juden rufen und fragte sie was diese Finsternis bedeute, er halte sie für ein drohendes Zeichen, ihr Gott scheine über sie zu zürnen, da sie den Galiläer mit Gewalt zum Tode verurteilten, der gewiss ihr Prophet und König gewesen sei, er habe seine Hände in Unschuld gewaschen.

 

 Dunkle Vergangenheit

Die uralte Überlieferung sagt, dass der rechte Schächer „Dismas“ geheißen habe, der linke Schächer „Gesmas“ genannt wird. Die Kirchenväter nehmen an, dass Dismas ein Heide war; sein Leben war heidnisch und gottlos, er war ein Verbrecher. 

Der heilige Evangelist Lukas schreibt, dass JESUS mit zwei Schächern zur Kreuzigung geführt wurde. So  ging das Wort der Schrift in Erfüllung: „Er wird unter die Missetäter gezählt.“

Ambrosius sagt von Dismas, er habe sich durch seine Mordtaten mit Blut befleckt, habe nie Gottes Gesetze befolgt, und grausame Taten begangen.

Der heilige Blutzeuge Eulogius schreibt sogar von Dismas, dass er sein ganzes Leben mit Stehlen, Rauben und Morden verbracht habe. Er soll nicht bloß Räuber, sondern das Haupt einer Räuberbande gewesen sein.

Die Straßenräuber waren zur Zeit Christi eine füchterliche Plage in Palästina. Das Evangelium vom barmherzigen Samariter erzählt von einem ihrer Überfälle.

 „Dismas“ starb nach Jesus und litt weiter, bis die Soldaten kamen und ihm unbarmherzig die Gebeine zerschlugen und er so unter fürchterlichen Schmerzen den Geist aufgab, um einzugehen ins Paradies.