Heilige M. Faustyna Kowalska von Krakau

*25. August 1905 + 5. Oktober 1938 in Krakau

Das Heiligtum in Tschenstochau in Polen

Swinice Warckie (ursprünglich Swience) wurde im Jahre 1301 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die örtliche Überlieferung schreibt die Gründung dieses Dorfes dem Gnesener Erzbischof Jakob Świnka zu. Aus dem Jahre 1458 stammt die einzige historische Erwähnung, in der Świnice als Stadt bezeichnet wird. Die hiesige Pfarrei wurde in der 2. Hälfte des 13. Jh. gegründet. Die erste Pfarrkirche, St. Gotthard, entstand zusammen mit der Pfarrei. Die heutige Pfarrkirche, St. Kasimir, wurde mit Mitteln aus der Stiftung von Kazimierz Karwowski, dem Gutsbesitzer des Dorfes, 1859 erbaut (1882 geweiht).

In dieser Pfarrei wurde die hl. Schwester Faustyna Kowalska geboren. In der bereits erwähnten Kirche wurde sie getauft, hier empfing sie die Erstkommunion. Das Taufbecken und der Beichtstuhl der Kirche sind Andenken, die sich mit ihr verbinden. Im Dorf Głogowiec, das zur Pfarrei gehört, befindet sich das Elternhaus der hl. Schwester Faustyna – heute ein bescheidenes Museum. Auf dem Friedhof der Pfarrei wiederum haben die Eltern der Heiligen ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Kloster Jasna Góra
Kloster Jasna Góra  -
 Kloster der Schwestern der “Muttergottes der Barmherzigkeit” -
Ort der Ewigen Ruhe – hier liegt  die Heilige Schwester Faustyna

Tschenstochau ist eine polnische Stadt und gleichzeitig der größte und wichtigste Wallfahrtsort Polens und einer der meistbesuchten der Welt. In Tschenstochau wurde am 8. September 1946 durch Primas August Kardinal Hlond, erstmalig die Marienweihe erneuert, die König Jan II. Kasimir 1656 in Lemberg für sein Volk getätigt hatte. 1956 bestätigte das polnische Episkopat, unter dem Vorsitz Kardinal Wyszynski zusammen mit dem ganzen katholischen Volk Maria in Tschenstochau als Königin von Polen. Dieses Ereignis wird als die “Weihe vom hellen Berg” (Slubowania Jasnogórskie) bezeichnet. In dieser Weihe verpflichtete sich das polnische Volk zu einem von christlicher Nächstenliebe geprägten Lebensstil.

Ein Auszug:
“Große Mutter des Gottmenschen! Jungfräuliche Gottesgebärerin, von Gott verherrlichte Maria! Königin der Welt und Königin Polens! Drei Jahrhunderte sind vergangen, seit jenem frohen Tag, an dem Du Königin von Polen wurdest. Nun stehen wir, die Kinder des Polnischen Volkes und Deine Kinder, Blut vom Blute unserer Vorfahren, erneut vor Dir, erfüllt von den selben Gefühlen der Liebe, der Treue und der Hoffnung, die einst unsere Väter erfüllten. Wir, die polnischen Bischöfe und das königliche Priestertum, das Volk, das mit dem heilbringenden Blut Deines Sohnes erkauft wurde, können zu Dir, Maria, erneut zu Deinem Thron, o Vermittlerin aller Gnaden, Mutter der Barmherzigkeit und allen Trostes. Mutter der göttlichen Gnade! Wir versprechen, in jeder polnischen Seele das Geschenk der Quelle des göttlichen Lebens zu bewahren. Wir wollen, dass jeder von uns in der heilmachenden Gnade lebe und ein Tempel Gottes sei;

° dass das ganze Volk frei von schwerer Sünde lebe;

° dass es das Haus Gottes und die Pforte des Himmels für alle Generationen werde, die je über die polnische Erde wandern werden, angeführt durch die katholische Kirche ins ewige Vaterland.

"Schwarze Madonna" von Tschenstochau
“Schwarze Madonna” von Tschenstochau

Das Volk antwortet: Königin von Polen, wir versprechen es! Wir versprechen, die junge Generation in der Treue zu Christus zu erziehen, sie vor der Gottlosigkeit und der Verderbnis zu bewahren und sie mit wachsamer elterlicher Liebe zu umgeben. Das Volk antwortet: Königin von Polen, wir versprechen es! Der Altar, in dem das Bild sich befindet, wurde im Jahre 1650 vom Kanzler der Krone, Ossolinski, gestiftet und ist im Barockstil aus mit Ebenholzplatten überzogenem Eichenholz gefertigt.

Schon früh wurde das Bild mit “Kleidern” geschmückt, ursprünglich wurden diese einfach auf das auf Zedernholz gemalte Bild aufgenagelt. Die gegenwärtig verwendeten Kleider gibt es in acht verschiedenen Varianten, darunter ein Diamenten- und ein Rubinkleid, und sie können abgenommen werden ohne das Bild zu beschädigen. Die gegenwärtig verwendeten Kronen wurden am 22. Mai 1910 von Pius X. gestiftet, nachdem die ursprünglichen Kronen im Oktober 1909 von einem unbekannten Dieb gestohlen worden waren.

Außerdem verfügt die “Königin von Polen” seit dem 3. Mai 1926 noch über ein Szepter und einen Reichsapfel. Es handelt sich hierbei um Votivgeschenke der polnischen Frauen. Auf dem Szepter steht: “Mutter, Königin der polnischen Krone! Wir, die polnischen Frauen, bringen Dir dieses Szepter als Symbol der Macht dar. Regiere uns! Mögen die drei evangelischen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe Dein Volk zur Ehre führen.” Auf dem Reichsapfel steht: “Königin der polnischen Krone — Beschütze Dein Königreich!” Diese Votivgaben befinden sich links vom Gnadenbild; auf der rechten Seite befindet sich die von Paul VI. gestiftete goldene Rose.

Schwester Faustyna
Heilige Schwester Faustyna

Aus dem TAGEBUCH der Heiligen Schwester Faustyna

Polen 22. Februar 1931

Am Abend, als ich in der Zelle war, erblickte ich Jesus, den Herrn, in einem weißen Gewand. Eine Hand war zum Segnen erhoben, die andere berührte das Gewand auf der Brust. Von der Öffnung des Gewandes an der Brust gingen zwei große Strahlen aus, ein roter und ein blasser. Schweigend betrachtete ich den Herrn; meine Seele war von Furcht, aber auch von großer Freude durchdrungen. Nach einer Weile sagte Jesus zu mir:

„Male ein Bild, nach dem, das du siehst, mit der Unterschrift: „Jesus, ich vertraue auf Dich“.
Ich verspreche, dass jene Seele, die dieses Bild verehrt, nicht verloren geht. Ich verspreche auch, hier schon auf Erden, den Sieg über Feinde, besonders in der Stunde des Todes. Ich wünsche ein Fest der Barmherzigkeit. Ich wünsche, dass das Bild, welches du mit dem Pinsel malen wirst, am ersten Sonntag nach Ostern feierlich geweiht wird. Dieser Sonntag soll das „Fest der Barmherzigkeit“ sein.
Ich wünsche, dass die Priester meine große Barmherzigkeit gegenüber sündigen Seelen verkünden sollen. Der Sünder soll keine Angst haben, sich Mir zu nähern.“

Der vielen Schwierigkeiten müde, die ich im Zusammenhang damit hatte, dass Jesus zu mir sprach und Sein Bild zu malen verlangte, beschloss ich, noch vor den ewigen Gelübden Pater Andrasz zu bitten, mich von den inneren Eingebungen sowie von der Pflicht, das Bild zu malen, zu entbinden. Nach Anhörung der Beichte gab mir Pater Andrasz folgende Antwort:

“Ich entbinde Sie von nichts, und Sie dürfen den inneren Eingebungen nicht ausweichen, doch müssen Sie über alles ihrem Beichtvater berichten, unbedingt, absolut unbedingt, denn sonst geraten Sie auf den Irrweg, trotz großer Gnaden Gottes. Vorläufig beichten Sie bei mir, aber Sie müssen wissen, dass Sie einen ständigen Beichtvater brauchen, also einen Seelenführer.”

Dies bekümmerte mich sehr. Ich hatte geglaubt, mich von allem befreien zu können, doch das Gegenteil trat ein – ein eindeutiger Befehl, dem Verlangen Jesu Folge zu leisten. Auch wieder die Plage, keinen festen Beichtvater zu haben

Doch Jesu Güte ist unbegrenzt. Er versprach mir sichtbare Hilfe hier auf Erden, und ich erhielt sie nach kurzer Zeit in Vilnius (Litauen). In Professor Sopocko erkannte ich die Hilfe Gottes. Noch bevor ich nach Vilnius kam, kannte ich ihn durch mein inneres Sehen. An einem gewissen Tag sah ich ihn in unserer Kapelle zwischen Altar und Beichtstuhl. Gleichzeitig hörte ich eine Stimme in meiner Seele: Dies ist die sichtbare Hilfe für dich auf Erden. Er wird dir helfen, meinen Willen auf Erden zu tun” (Tagebuch, 47-53).

Die Aufgabe, die durch den Herrn Jesus der Schwester Faustina bestimmt wurde, war menschlich gesehen unerfüllbar, weil sie keine künstlerischen Grundkenntnisse besaß. Trotzdem bemühte sie sich, dem göttlichen Willen gegenüber gehorsam zu sein und versuchte das Bild selbständig zu malen, doch leider klappte dies nicht. Das Drängen des Herrn Jesus, diese Aufgabe auszuführen und andererseits ein Misstrauen der Beichtväter und der Vorgesetzten ihr gegenüber wurde für Schwester Faustina ein großes persönliches Leid. Nach drei Jahren des Aufenthalts in Plock, wurde sie nach Warschau umgesiedelt, aber auch hier dachte sie immer an die Anforderung, die noch nicht ausgeführt worden ist. Der Herr Jesus gab ihr zu verstehen, wie groß in den göttlichen Plänen diese Aufgabe ist, in der Er sie beauftragte:

Plötzlich erblickte ich den Herrn, der zu mir sprach: “Sei dir bewusst, wenn du die Sache mit dem Malen des Bildes vernachlässigst und das ganze Werk der Barmherzigkeit, wirst du am Tage des Gerichts für eine große Anzahl von Seelen Rechenschaft ablegen müssen” (Tagebuch, 154).

Nachdem Schwester Faustina die ewigen Gelübde ablegte, wurde sie nach Wilno versetzt (25. Mai 1933). Hier fand sie die früher versprochene, sichtbare Hilfe – einen Beichtvater
und Seelenführer. Pr. Sopocko, der versuchte die Forderungen des Herrn auszuführen.

“Vielmehr meine Neugier wie dieses Bild aussehen könnte als der Glauben an die Echtheit dieser Vision führte dazu, dass ich den Kunstmaler Eugeniusz Kazimirowski damit beauftragte, dieses Bild zu malen” (aus des Priesters Sopocko, Erinnerungen).

Priester Sopocko machte den Kunstmaler teilweise mit der Mission der Schwester Faustina vertraut und verpflichtete ihn, dieses Geheimnis für sich zu behalten. (siehe Kazimirowski)
Malen nach Diktat bedeutet, dass der Kunstmaler auf seine eigene künstlerischen Vorstellungen verzichten muss und das zu malen hat was in diesem konkreten Fall Schwester Faustina ihm diktierte. Sie besuchte das Atelier des Kunstmalers mindestens einmal in der Woche ein halbes Jahr lang, um die Einzelheiten hinzuzufügen und um die Fehler auf zu zeigen. Sie bemühte sich, das in der Vision gesehene Bild des Barmherzigen Jesus treu und gemäß Gottes Willen darzustellen. Bei der Anfertigung des Bildes beteiligte sich auch der Stifter des Kunstwerkes, Priester Michal Sopocko, der auf Bitten des Malers in Priesteralbe angezogen posierte.

Die Zeit des gemeinsamen Malens wurde zu einer Gelegenheit, den Inhalt des Bildes eingehender zu deuten. Strittige Fragen entschied Herr Jesus selbst (Tagebuch, 299, 326, 327, 344). Sehr eindrucksvoll war das Gespräch zwischen Schwester Faustina und Jesus über das gemalte Bild:

“Als ich bei dem Künstler war, der das Bild malt, sah ich, dass es nicht so schön wird, wie Jesus wirklich ist. – Das betrübte mich sehr, doch ich verbarg es tief in meinem Herzen. Auf dem Rückweg vom Maler blieb die Mutter Oberin in der Stadt, um verschiedenes zu erledigen. Ich kehrte allein nach Hause zurück. Sofort begab ich mich in die Kapelle und weinte bitterlich. Ich sagte zum Herrn: “Wer vermag Dich so schön zu malen, wie Du bist”? Darauf hörte ich folgende Worte: “Nicht in der Schönheit der Farben oder des Pinselstrichs liegt die Größe dieses Bildes, sondern in Meiner Gnade.” (Tagebuch, 313)

Aus diesem Gespräch strahlt die Aufrichtigkeit einer Person, die durch eine übernatürliche Gnade beschenkt wurde. Sie sah in ihren mystischen Erlebnissen die Schönheit des auferstandenen Erlösers. Jesus erschien der Hl. Faustina oft in einer solchen Gestalt, wie Er auf dem Bild zu sehen ist (Tagebuch, 473; 500; 851; 1046; 1565), und auch mehrmals forderte er, dass dieses Bild zur öffentlichen Verehrung zugängig sein soll. Das beweist, dass Jesus sein auf dem Bild gemaltes Abbild akzeptierte. Er heiligte es durch seine lebendige Anwesenheit.

Dank der Bemühungen des Priesters Sopocko wurde das Abbild vom Barmherzigen Erlöser das erste Mal während der Feier zum Abschluss des Jubiläumsjahres der Welterlösung
am 26.-28. April 1935 im Tor der Morgenröte (Ausros Vartai), Vilnius, Litauen vor zahlreichen betenden Gläubigen verehrt. Diese Feier fiel zeitlich auf den 1. Sonntag nach Ostern,
genau so wie das Jesus forderte. An dem Fest nahm auch Schwester Faustina und Priester Sopocko teil. Dieser hielt die Predigt über die Barmherzigkeit Gottes.

“Drei Tage lang war das Bild öffentlich ausgestellt und von den Menschen verehrt worden. Das Bild war im Tor der Morgenröte, im Giebelfenster, ausgestellt und konnte von weitem gesehen werden. Im Tor der Morgenröte wurde feierlich drei Tage lang der Abschluss des Jubiläumsjahres der Welterlösung begangen – 1900 Jahre seit dem Leiden des Erlösers. Jetzt sehe ich, dass das Erlösungswerk mit dem vom Herrn verlangten Werk der Barmherzigkeit verbunden ist” (Tagebuch, 89).

“Als das Bild ausgestellt wurde, sah ich eine lebendige Bewegung der Hand Jesu; er machte ein großes Kreuzzeichen. Am gleichen Abend (…) sah ich, wie das Bild über die Stadt ging. Die Stadt war mit Schlingen und Fangnetzen bestückt. Als Jesus vorüberging, durchschnitt Er alle Schlingen”. (Tagebuch, 416).

“… bei den Feierlichkeiten im Tor der Morgenröte, als das Bild ausgestellt war, wohnte ich einer Predigt bei, die mein Beichtvater (M. Sopocko) hielt. Es war die erste Predigt über die Barmherzigkeit Gottes, die Jesus schon so lange verlangt hatte. Als er von der großen Barmherzigkeit des Herrn sprach, nahm das Bild eine lebendige Gestalt an und die Strahlen drangen in die Herzen der Versammelten, aber nicht in gleichem Masse, einige erhielten mehr, andere weniger. Meine Seele war beim Anblick dieser Gnade Gottes von großer Freude erfüllt.” (Tagebuch, 417).

“Als am Ende der Andacht der Priester das Allerheiligste nahm, um den Segen zu erteilen, sah ich Jesus, wie auf dem Bild. Der Herr segnete und die Strahlen gingen in alle Welt. Da erblickte ich eine unzugängliche Helligkeit, wie ein Raum aus Kristall, die aus Lichtwellen geflochten wurde und weder Geschöpfen noch Geistern zugänglich war. Zu dieser Helligkeit gab es drei Türen – und in diesem Augenblick ging Jesus, in einer solchen Gestalt wie auf dem Bild, in dieses Licht hinein – durch die zweite Tür – ins Innere der Einheit” (Tagebuch, 420).

Die Festlichkeiten im Tor der Morgenröte waren eine öffentliche Offenbarung der Macht der Barmherzigkeit Gottes und für die Schwester Faustina – ein Zeichen und die Erfüllung
schon früher angekündigter Gnaden.

In der späteren Korrespondenz mit dem Priester Sopocko schreibt die Schwester Faustina: “Gott gab mir zu erkennen, dass Er damit zufrieden ist, was schon gemacht wurde. Als ich mich im Gebet, in die Nähe Gottes vertiefte, erfuhr ich in der Seele einen tiefen Frieden über das ganze Werk. Und jetzt, was diese Bilder (keine Kopien) anbelangt, Leute fangen an sie zu kaufen und manche Seele erfuhr schon die Gnade Gottes, die durch diese Quelle geflossen ist. Wie alles, so wird auch dies langsam weiter gehen. Diese kleinen Bilder sind nicht so schön, wie das große Bild. Sie werden von denen gekauft, die durch die Gnade Gottes hingezogen werden…” (ein Ausschnitt des Briefes, Krakau, 21. Februar 1938).
Mit Erlaubnis des Metropoliten von Vilnius, des Priesters Erzbischofs Romuald Jalbrzykowski, wurde das Bild vom Barmherzigen Jesus, nach einer positiven Stellung der Sachverständigen, am 4. April 1937 gesegnet und in die Hl. Michael-Kirche in Vilnius gebracht, wo es immer mehr verehrt wurde. Die im Jahre 1941 vom Metropoliten berufene Kommission der Sachverständigen bestätigte die positive Stellungsnahme und verkündete, dass “dieses Bild kunstvoll ausgearbeitet ist und einen wertvollen Beitrag für die moderne religiöse Kunst darstellt” (ein Protokoll der Kommission für die Beurteilung und die Konservation des Bildes von dem Barmherzigsten Erlöser, in der Hl. Michael-Kirche in Vilnius, von dem 27. Mai 1941, unterschrieben durch die Sachverständigen- einem Professor der Kunst: Dr. M. Morelowski, einem Professor der Glaubenslehre: der Priester Dr. L. Puchala und den Konservator: den Priester Dr. P. Sledziewski).

Infolge der Kriegshandlungen (1939-1945) kam das Bild vom Barmherzigen Jesus auf das Gebiet der UdSSR und war durch viele Jahre für Pilger unzugänglich. Trotz vieler Gefahren (das Bild wurde viele Jahre lang auf dem Dachboden verborgen, zusammengerollt, in Feuchtigkeit und Frost aufbewahrt, mehrmals restauriert) überstand es dank der wunderbaren Vorsehung Gottes die Zeiten des Kommunismus. In den nächsten Jahren blieb das Bild in der Heilig Michael-Kirche in Vilnius (1937-1948), in der Kirche in Nowa Ruda in Weißrussland (1949-1986) und in der Kirche des Heiligen Geistes in Vilnius (1987-2005). Seit dem Jahre 2005 wird das Bild in dem Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes in Vilnius verehrt.

DAS HEILIGE BILD

In der Geschichte der Offenbarungen ist nur dieser einzige Fall bekannt, wo Herr Jesus ein Bild mit seinem Abbild zu malen empfiehlt und plastische Vorgaben zu diesem übergibt. Nach dem das Bild gemalt wurde, erschien er mehrmals der Schwester Faustina und zeigte seine lebendige Anwesenheit in einer solchen Gestalt, wie sie auf dem Bild gemalt wurde. Außerdem versprach er den Verehrern dieses Abbildes besondere Gnaden- dadurch verlieh er dem Bild einen außerordentlichen religiösen Wert.

“Durch dieses Bild werde ich viele Gnaden erteilen, deshalb soll jede Seele Zugang zu ihm haben” (Tagebuch, 570).

Das Bild in Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes in Vilnius.
Im Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes in Vilnius.

“Ich überreiche den Menschen ein Gefäß, mit dem sie zur Quelle der Barmherzigkeit um Gnaden zu bekommen sollen. Dieses Gefäß ist das Bild mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf Dich” (Tagebuch, 327).

“Die zwei Strahlen (auf dem Bild) symbolisieren Blut und Wasser. Der blasse Strahl bedeutet Wasser, das die Seelen rechtfertigt; der rote Strahl bedeutet Blut, welches das Leben der Seelen ist. Diese zwei Strahlen drangen aus den Tiefen Meiner Barmherzigkeit damals, als Mein sterbendes Herz am Kreuz mit der Lanze geöffnet wurde. Glücklich, wer in ihrem Schatten leben wird, denn der gerechte Arm Gottes wird ihn nicht erreichen” (Tagebuch, 299).

“Heute sah ich zwei Pfosten, die in die Erde gestampft waren. Beide waren sehr groß, einen hatte ich, den zweiten eine bestimmte Person S.M. (Sopocko M.) mit unfassbarer Anstrengung, Erschöpfung und Mühe eingerammt…. Diese zwei Pfosten standen in der Breite des Bildes beieinander und ich erblickte das Bild an diese beiden Pfosten gehängt, und zwar sehr hoch. Plötzlich entstand auf den zwei Pfeilern ein großes Gotteshaus nach innen und nach außen. Ich sah eine Hand, die dieses Gotteshaus vollendete, doch die Person war nicht zu sehen. Um die Kirche und in ihr drängte sich eine große Menschenmenge und auf alle flossen Strahlen, die aus dem Barmherzigsten Herzen Jesu kamen, herab.” (Tagebuch, 1689).

“ICH ERSEHNE, DASS DIE GANZE WELT MEINE BARMHERZIGKEIT ERKENNT”
(Tagebuch, 687).

Von den persönlichen Aussagen des Pr. Sopocko (die auf Tonbändern bewahrt wurden)
ergibt sich, dass er der Schwester Faustina eine vollständige Freiheit in der Zusammenarbeit mit dem Kunstmaler ließ. Gleichzeitig bestätigt er in seinen Äußerungen, dass das Bild genau nach ihren Anweisungen gemalt wurde. Die durch die Hl. Schwester Faustina übergebenen Anweisungen, die für das Ausmaß des Abbildes des Erlösers galten, stimmen mit dem Abbild auf dem Turiner Grabtuch überein. Das zeugt von der außer gewöhnlichen Deutlichkeit der Übergabe des im ihren Sinn behaltenen Vorbildes.

Grabtuch1

Grabtuch2

Grabtuch3

GrabtuchJesus