Die Heilige Gertrud von Helfta

Heilige Gertrud von Helfta „Die Große”

geboren am 6. Januar 1256 in Thüringen
gestorben am 17. November 1302 in Helfta bei Eisleben in Sachsen-Anhalt

Gertrud kam am 6. Januar 1256 vermutlich in Eisleben (Thüringen) zur Welt. Sie war erst fünf Jahre alt, als sie 1261 von ihren Eltern im Zisterzienserkloster Sankt Maria von Helfta (Helpede) unweit von Eisleben abgegeben wurde.

Das Kloster in Helfta wurde von der Äbtissin Gertrud von Hackeborn (1232-1292) und deren jüngerer Schwester, der Novizenmeisterin Mechthild von Hackeborn (1241-1299), geleitet. Gertrud von Helfta fühlte sich dort wohl und wählte, als sie das erforderliche Alter hierfür erreicht hatte, den Schleier der Gottesbraut.

Im Kloster Helfta nutzte Gertrud eifrig alle Ausbildungsmöglichkeiten. Bald beherrschte sie so gut Latein, dass sie mühelos in dieser Sprache lesen und schreiben konnte.

Am 27. Januar 1281 erlebte die 25-jährige Gertrud im Kloster Helfta ihre erste Christusvision. Ihre erste Erscheinung hatte sie nach dem gemeinsamen Abendgebet im Schlafsaal. Als sie ihr Haupt vor einer vorübergehenden Schwester ehrerbietig neigte und wieder aufsah, erblickte sie Jesus in Gestalt eines Jünglings.

Christus sagte freundlich zu ihr:
„Dein Heil wird bald kommen. Warum bist du betrübt? Hast du keinen Ratgeber? Du hast mit meinen Feinden den Staub der Erde gegessen und Honig gesucht unter den Dornen. Komm zu mir, ich will dich aufnehmen und dich mit dem Strom meiner göttlichen Wonne berauschen”.

Als Gertrud sich dem Heiland nähern wollte, hinderte sie eine Dornenhecke daran. Daraufhin weinte sie bitterlich über ihre Sünden, die wie eine Schranke zwischen ihr und Christus standen. In diesem Augenblick ergriff sie Jesus mit der Hand, an der sie Wundmale erblickte, und stellte sie neben sich.

Seit dieser Vision entbrannte das Herz Gertruds in Liebe zu Jesus.

Ab 1289 schrieb Gertrud – zum Teil mit Hilfe anderer Nonnen unter ihrer Anweisung – in ihrem in fünf Bücher unterteilten Werk „Legatus Divinae Pietatis” („Gesandter der Gottesliebe”) ihre Visionen und ihre Empfindungen dabei in lateinischer Sprache nieder. Ihre Aufzeichnungen gelten als wichtiger Beitrag zur deutschen Mystik.

Gegen Ende ihres Lebens litt Gertrud 22 Wochen lang an den Folgen eines Schlaganfalls.
Am 13. November 1303 starb sie im Alter von nur 46 Jahren im Kloster Helfta.