Der Heilige Leopod Mandic

Mandic

geboren am 12. Mai 1866 in Castelnovo – Jugoslawien
gestorben am 30. Juli 1942 in Padua

Der Heilige Leopold ist ein Heiliger, der besonders in den südosteuropäischen Ländern hoch geehrt wird, bei Katholiken ebenso wie bei orthodoxen Christen, und sogar bei vielen Moslems; bei Menschen guten Willens, die seine Botschaft verstanden haben. Dabei war er bloß ein kleiner, kaum 1,45 m großer Priester mit einem Sprachfehler, ohne bemerkenswerte Leistungen, nur von einer visionären, aber anscheinend erfolglosen Berufung geprägt: Pater Leopold Mandic, Kapuziner, ein einfacher lieber Beichtvater.

Pater Leopold stammte aus Dalmatien, einem Land stärkster religiöser Gegensätze und Spannungen, wo das Zusammenleben orthodoxer Christen, katholischer Christen und Moslems in der ganzen überschaubaren Geschichte kaum jemals reibungslos möglich war.

Dort also wurde Mandic 1866 in Herzeg-Novi geboren. Seine gläubigen Eltern gaben ihm, ihrem zwölften Kind, den bezeichnenden Namen Bogdan, Geschenk Gottes. Schon als Kind erlebte er die Parteiungen in seiner Umgebung, den Hass dieser heißblütigen Menschen untereinander und die gegenseitigen, allgegenwärtigen Bedrohungen. In dieser Situation fühlte der schmächtige Junge in sich den Ruf, Missionar für die Ostkirchen zu werden.

Mit 16 Jahren trat er bei den Kapuzinern in Venedig ein und erhielt den Ordensnamen Leopold. Nach der Profess studierte er in Padua Philosophie und Ostsprachen.
Am 18. Juni 1887 erfuhr er in seinem Inneren die Stimme Gottes, die ihn berief, für die Rückkehr der getrennten Christen des Ostens zur Einheit mit der katholischen Kirche zu beten und zu wirken.

Am 20. September 1890 wurde er zum Priester geweiht. Bald zeigte sich seine Begabung zum Seelenführer und Beichtpriester.

1897 wurde er nach Zadar versetzt; sein Traum von der Ostmission schien sich zu erfüllen. Er suchte Kontakte zu orthodoxen Christen, sprach mit ihnen über das Gemeinsame im Glauben.
Schnell eroberte er ihre Herzen. Die Leute suchten ihn auf, fragten ihn um Rat, ihn, der nur die Worte der Wandlung und der Absolution völlig fehlerfrei sprechen konnte. Die Menschen liebten ihn. Aber nach nur drei Jahren wurde er nach Italien zurückberufen.

1909 kam er nach Padua.
1910 übertrug man ihm die Leitung der Ordenstheologen. In seiner knappen Freizeit studierte er besonders die Schriften des hl. Augustinus und des Thomas von Aquin.
Sein ganzes Leben war von der Vision geprägt, als Missionar für die orientalischen Völker berufen zu sein. “Das muss der Zweck meines Lebens bleiben, für die Rückkehr der orientalischen Völker zu wirken”, schrieb er 1914.

1923 schien sich sein Wunsch, in die Ostmission zu gehen, noch einmal zu erfüllen, als er nach Fiume, das nach dem Krieg an Italien gefallen war, versetzt wurde. Kaum war er dort, wurde er wieder zurück nach Padua berufen. Lange Zeit verstand er die Führung Gottes nicht, der ihm diese Sehnsucht ins Herz gelegt hatte, in die Mission zu gehen, und ihm aber dann immer wieder unüberwindliche Hindernisse in den Weg zu legen schien.

Erst allmählich begriff er, dass sein “eigentlicher Orient”, wie er sagte, der Beichtstuhl wäre. “Sehen Sie”, sagte er einem Mitbruder, “da der Herr mir die Gabe des Wortes zum Predigen nicht schenkte, will ich im heiligen Bußsakramente Seelen zu Gott führen.”

Die Beichtzelle
Die Beichtzelle