Selige Marthe Robin – eine Mystikerin -

geboren am 13. März 1902 in Châteauneuf-de-Galaure im Département Dròme in Frankreich
gestorben am 6. Februar 1981 in Chateauneuf-de-Galaure im Departement Dròme in Frankreich

Marthe Robin wurde als sechstes Kind von Kleinbauern geboren. Die Schule konnte sie wegen ihres schwachen Gesundheitszustandes nur unregelmäßig besuchen.

1918 erkrankte sie – vermutlich an einer Gehirnlähmung – und wurde bettlägrig. Nach zwischenzeitlicher Besserung trat Marthe in den Ditten Orden der Franziskaner ein. Aber bald darauf waren ihre Beine gelähmt und sie war wieder ans Bett gefesselt. Marthe litt an Rheuma, Kopf- und Magenschmerzen und vertrug kein Licht. Außer der heiligen Kommunion nahm sie keine Nahrung mehr zu sich. Sie konnte kaum mehr schlafen und war auf Pflege angewiesen.

In dieser Zeit des körperlichen Verfalls erlebt Marthe eine außergewöhnliche Vertiefung ihres Glaubenslebens.
Am 25. März 1922 erscheint ihr die Gottesmutter, die sie fortan tröstet, anleitet und in ihre Berufung einführt.

1927, als sie wieder an der Schwelle des Todes steht, erscheint ihr die heilige Thérèse, und klärt sie über diese Berufung auf:
Marthe soll die Mission der kleinen Heiligen von Lisieux in der Welt fortsetzen.Wir stehen am Beginn eines intensiven mystischen Lebens. Marthe wird ihren von der Krankheit bedingten Leidensweg in der Aufopferung fruchtbar machen. „Jeder kann und soll seiner Berufung folgen, nur ich nicht … Ich habe mit Gott gestritten … Niemandem von euch wünsche ich, mit Gott zu kämpfen.“

Am Ende dieses Ringens stellt sich jedoch ein tiefer innerer Friede ein – trotz der fortbestehenden unerträglichen Leidens.
So schreibt sie am 22. Jänner 1930 in ihr Tagebuch: „Nach Jahren der Ängste, der Sünden, nach vielen physischen und moralischen Prüfungen, habe ich es gewagt, mich für Jesus Christus zu entscheiden.“ Diese Hingabe ist die Antwort auf eine Erscheinung Jesu in der Nacht vom 4. Dezember 1928. Damals hatte sie der Herr gefragt, ob sie bereit sei, für die Bekehrung der Sünder zu leiden.

Von da an wird sie zu einer weiteren Form der Hingabe geführt: Zur Vereinigung mit dem gekreuzigten Jesus.
Zwischen 1930 und 1932 treten bei Marthe Stigmata auf und sie wird jeden Freitag bis an ihr Lebensende die Passion Christi.

Ab 1929 waren auch ihre Hände gelähmt und sie empfing sie die Stigmatisierung durch die Wundmale Jesu und erlebte jeweils von Donnerstag bis Freitag das Leiden Christi so intensiv, dass ihr – den Berichten nach – Blut aus der Stirn und den Augen austrat.

1934 wurde auf ihre Bitten hin eine christliche Schule für Mädchen eröffnet, der später eine Realschule und eine Hauswirtschaftschule folgten. Auf Grund ihrer Anregung wurden
1936 die „Foyers de Charité”, „Heimstätten der Nächstenliebe” gegründet als Gemeinschaften von Priestern und Laien, die in der Welt Zeugnis für die Nächsten- und Gottesliebe geben und dazu Exerzitien abhalten.

1940 erblindete Marthe.

Am 6. Februar 1981 stirbt Marthe Robin.

Vier Bischöfe und mehr als 200 Priester konzelebrierten bei ihrem Requiem am 12. Februar 1981, zu dem eine Unzahl von Gläubigen in den kleinen französischen Ort Châteauneuf de Galaure gepilgert war.

Marthes Zimmer in Châteauneuf-de-Galaure wurde zum Wallfahrtsort. Seit ihrem Tod haben mehr als 430.000 Menschen das Zimmer besucht, in dem sie den Großteil ihres Lebens verbracht hat.

1942 bestätigt eine ärztliche Kommission das Auftreten von Wundmalen an der Stirn, im Gesicht, an den Händen und an der Brust.

Am 7. November wurde Marthe Robin von Papst Franziskus I. selig gesprochen.