Heiliger Vinzenz von Paul 1581 – 1660 in Paris

Der Heilige Vinzenz von Paul

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geboren 24. April 1581 bei Pouy in der Nähe von Dax in der Gascogne/Frankreich
gestorben 27. September 1660 in Paris

Vinzenz, Bauernsohn aus der Nähe von Pouy – dem heutigen St-Vincent-de-Paul -, wurde von seiner Familie zum Priesterberuf bestimmt und studierte in Toulouse Theologie.

Schon im Alter von 19 Jahren wurde der strebsame junge Mann zum Priester geweiht, fand aber keine Anstellung.

Trotz einer Wallfahrt nach Rom machte ein Anderer um die Pfarrstelle das Rennen. Als Notlösung arbeitete er in einem Internat in Toulouse, hatte Geldmangel, machte Schulden, musste vor den Gläubigern fliehen. Er wurde der Überlieferung nach von Seeräubern gefangen und als Sklave nach Tunis verkauft. Nach Aushilfstätigkeiten bei einem Fischer und einem Alchemisten landete er im Dienst eines muslimisch gewordenen ehemaligen Franziskaners, den er wieder zur katholischen Kirche zurück führte und mit dem er zusammen in einem Boot über das Meer zurück floh.

Schließlich bekam Vinzenz 1608 als Priester ein Stelle in Paris und lebt in der Hoffnung, endlich finanziell Boden unter die Füße zu bekommen. In Paris vollzog sich eine innere Wandlung.

Vinzenz wurde 1610 geistlicher Berater der Königin Margarete von Valois.

Ab 1612 als Priester in Clichy – dem heutigen Stadtteil Clichy-Ia-Garenne in Paris.

Ab 1613 wirkte Vinzenz durch Vermittlung des Gründers des Pariser Oratoriums als Hausgeistlicher des Galeerengenerals de Condi in Lyon.

1617 Pfarrer in Chätillon-Ies-Dombes – dem heutigen Chätillon-sur-Chalaronne.

Noch im Jahr 1617 übernahm er das Amt des Seelsorgers bei Madame de Condi.

Großen Eindruck hinterließ 1618 seine Begegnung mit Franz von Sales. Es entwickelte sich eine Freundschaft der beiden und Vinzenz wurde geistlicher Begleiter von Johanna Franziska de Chantal sowie Oberster der von diesen beiden gegründeten Salesianerinnen.

1619 wurde er oberster Seelsorger aller französischen Galeerensklaven.

1621 folgte die Gründung der Laiengemeinschaft für Männer, die Serviteurs des pauvres, die Diener der Armen.

1625 gründete er selbst die Kongregation der Mission, nach dem Sitz der Gemeinschaft nahe der Pariser Kirche St. Lazare Lazaristen oder nach dem Gründer neuerdings auch Vinzentiner genannt.

1627 widmete er sich ganz der Arbeit mit und für seine Gemeinschaften. Besonderes Anliegen war ihm die Reform der Ausbildung der Priester, deren regelmäßige Zusammenkünfte und Predigtübungen; für sie hielt er Exerzitien und regelmäßige Konferenzen, bei denen sich die Elite des Klerus traf. Für sich selbst studierte Vinzenz in dieser Zeit Jura in Paris.

1633 folgte in Zusammenarbeit mit Louise de Marillac die Gründung der „Filles de la Charite“, der Töchter der christlichen Liebe, Dienerinnen der Armen oder nach dem Gründer Vinzentinerinnen genannt. Die Aufgabe der Schwestern, die ohne Ordenstracht und nicht in klösterlicher Klausur, sondern vor Ort bei den hilfsbedürftigen Menschen lebten, war die Versorgung von Alten, Kranken und Waisen.

1636 gründete er – wieder zusammen mit Louise de Marillac – ein Hilfswerk für Lothringen.

1638 begann die Gründung von Waisenhäusern, denn mehr als 400 Kinder wurden jedes Jahr allein in Paris ausgesetzt. Bei Volksaufständen gegen die absolutistische Herrschaft des Königshauses richtete er in Paris Volksküchen und Lazarette ein und half so vielen Opfern des Bürgerkrieges.

Den Damen wurde die Arbeit in den Caritasgruppen, vor allem in Paris, bald zu viel und zu schwer, so dass junge Landmädchen als Helferinnen angestellt wurden. Louise de Marillac, eine enge Mitarbeiterin von Vinzenz von Paul nahm sich dieser Helferinnen an und allmählich wurde daraus die Gemeinschaft der Töchter der christlichen Liebe.

27. Septemer 1660 verstarb Vinzenz von Paul in Paris

Vinzenz’ unverwester Leichnam wird in der Kirche St. Lazare in Paris, sein Herz in der Mutterhauskapelle der Vinzentinerinnen in Paris aufbewahrt.
Der Körper von Vinzenz von Paul wurde 1712 – 53 Jahre nach seinem Tode – ein erstes Mal exhumiert. Ein Augenzeuge beschreibt, dass “…nur seine Augen und Nase Zeichen von Verwesung” aufwiesen.

Vinzenz wurde 1729 selig und 1737 heilig gesprochen.

Als sein Körper nach der Heiligsprechung im Jahre 1737 erneut exhumiert wurde, stellte sich jedoch heraus, dass sich der Körper aufgrund von Wassereinwirkung zersetzt hatte. Die Knochen wurden in ein wächsernes Abbild eingesetzt und diese Figur dann in einem Glassarg in der Kapelle der Lazaristen in der Rue de Sèvres in Paris zur Schau gestellt. Sein Herz wird in der Mutterhauskapelle der Vinzentinerinnen in Paris, Rue du Bac, aufbewahrt.