Heiliger Josef -Nährvater Jesus- (*-30)

Heiliger Josef von Nazaret – der Nährvater von Jesus

geboren um die Mitte des 1. Jahrhundert v. Chr.
gestorben 30 n. Chr. ?

Der Heilige Josef ist im Neuen Testament der Verlobte und dann Ehemann der Maria, der Mutter Jesu. Nach diesen Überlieferungen gilt Josef als der Vater der in (Mt 13,55 EU) und (Mk 6,3 EU) erwähnten „Brüder“ Jesu. Das Markus- und das Johannesevangelium erwähnt Josef als Vater Jesu („Sohn des Zimmermannes“ (Mk 6,3 EU); „Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs“ (Joh 1,45 EU)), sehen die Evangelisten Matthäus (Mt 1,18 EU) und Lukas (Lk 1,35 EU) Josef nicht als leiblichen Zeuger Jesu.

Im Neuen Testament berichten lediglich die Evangelisten Matthäus und Lukas Einzelheiten von Josef und geben jeweils einen Stammbaum Jesu an. Josef stammt aus dem Geschlecht des israelitischen Königs David.

Sein Beruf wird mit dem griechischen „Tekton“ angegeben (Mt 13,55 NT), das damals soviel wie „Bauhandwerker“, auch „Architekt“ oder „Bauherr“ bedeutete und alle Tätigkeiten beim Hausbau einschloss. Ein „Tekton“ war also generell in der Bearbeitung von Holz und Steinen ausgebildet.

Josef war mit Maria verlobt und obwohl sie schwanger war, nahm er sie zur Frau. Dies tat er auf Weisung eines Engels, der ihm nachts im Traum erschienen war. Dies ist eines der Zeugnisse, dass Maria Jesus vom Heiligen Geist empfangen hatte.

Nach den beiden Evangelien wurde Jesus in Bethlehem geboren.

Nach dem Evangelist Lukas musste der in Nazaret wohnende Josef – wegen einer Volkszählung – mit seiner Frau Maria in seine Geburtsstadt gehen.

Nach dem Evangelist Matthäus musste die Familie nach der Geburt Jesu vorübergehend nach Ägypten fliehen, da König Herodes aus Angst vor dem prophezeiten neugeborenen König der Juden, alle neugeborenen Kinder in Bethlehem töten ließ.

Später zog die Familie auf göttliche Weisung nach Nazareth, wo Jesus aufwuchs.

Im Lukasevangelium wird Josef zum letzten Mal erwähnt, als er mit Maria den verlorenen zwölfjährigen Jesus im Tempel von Jerusalem wieder findet.
Man darf daraus schließen, dass Josef noch vor dem öffentlichen Auftreten Jesu gestorben ist.

 

Am Fest des Hl. Josef. Gedanken des Hl. Bernhard von Clairvaux über „Joseph, Sohn Davids” (Mt 1,20)

Es ist unzweifelhaft, dass dieser Joseph, mit dem die Mutter des Erlösers verlobt war, ein guter und getreuer Mensch war. Einen treuen und klugen Knecht nenne ich ihn (vgl. Mt 24,45); der Herr hat ihn eingesetzt als Tröster seiner Mutter, als Nährvater seines Fleisches, er hat schließlich auf Erden ihn allein zu seinem getreuesten Mitgehilfen des großen Heilsplanes gemacht. Dazu kommt noch, dass von ihm gesagt wird: „Er war aus dem Hause David“ (Lk 1,27)… Wahrhaft ein Sohn Davids, sage ich, nicht nur dem Fleische nach, sondern auch durch seine Treue, seine Heiligkeit und Hingabe. Gleichsam als zweiten David hat der Herr ihn gefunden, als einen Mann nach seinem Herzen, dem er das tiefste und heiligste Geheimnis seines Herzens sicher anvertrauen konnte, dem er als zweitem David die geheimen und verborgenen Dinge seiner Weisheit offenbarte (Ps 50,8). Ihm gewährte er, in das Geheimnis eingeweiht zu werden, das keiner von den Fürsten dieser Welt erkannt hat. Ihm ist schließlich gegeben worden, was viele Könige und Propheten sehen wollten und nicht sahen, hören wollten und nicht hörten; aber nicht nur, es zu sehen und zu hören, sondern auch zu tragen, zu leiten, zu umarmen und zu küssen, zu nähren und zu behüten… [Maria und Joseph] waren also aus dem Hause David; aber in der einen hat sich die Wahrheit erfüllt, die der Herr David geschworen hat (Ps 131,11), während der andere nur Mitwisser und Zeuge der erfüllten Verheißung war.