Benedikt XVI.: Franz von Assisi ist ein echter ‘Gigant’ der Heiligkeit

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04 Oktober 2016

Benedikt XVI.: Franz von Assisi ist ein echter ‘Gigant’ der Heiligkeit
Papst Benedikt portraitierte 2010 in einer Audienz den Hl. Franzikus – Franz von Assisi wusste immer, dass die Eucharistie der Mittelpunkt der Kirche ist, wo der Leib Christi und sein Blut gegenwärtig werden
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Heiliger Franziskus von Assisi (1181 – 1226)

Heiliger Franziskus (1181/1182 – 1226)

Giovanni Bernardone war der Sohn eines wohlhabenden Kaufmannes und seiner französischen Ehefrau.

Francesco führte ein fröhliches und sorgloses Leben und wollte Ritter werden. Nach einer Schlacht zwischen Assisi und Perugia wurde er über ein Jahr in Perugia festgehalten und litt während seiner Gefangenschaft an einer schweren Krankheit, die ihn zu seiner Bekehrung führte.

1203 wurde er aus der Gefangenschaft befreit, kehrte nach Assisi zurück, unternahm eine Wallfahrt nach Rom und und pflegte Leprakranke.

Für die Wiederherstellung der kleinen Kirche S. Damiano verkaufte Franziskus im Jahr 1207 einige Tuchballen aus dem Besitz seines Vaters und wurde von diesem zur Rede gestellt.

Franziskus legte seine Kleider vor den Augen des Bischofs und einer großen Menge Zuschauer ab und entsagte dem Erbe mit den Worten:

„Weder Geld noch Kleider will ich von dir, von jetzt an nenne ich nur noch einen Vater, den im Himmel!”

Franziskus

Dann rannte er nackt aus der Stadt und zog ein armes Leben vor.

1207 bis 1209 führte er ein Einsiedlerleben. Zwei zerstörte Kirchen wurden ihm zugeschrieben.

Während einer Messe im Jahr 1208 soll Franziskus eine Stimme gehört haben, die ihn mit dem Wortlaut des Matthäusevangeliums aufforderte, in die Welt zu gehen, allem Besitz zu entsagen und Gutes zu tun (Matthäusevangelium 10, 5 – 14).

HlFranziskus

Alte Freunde neckten ihn, seine Braut heiße nun „Armut”. 1209/10 gründete Franziskus den „Ordens der Minderbrüder”, „Minoriten”. Zwölf Apostel sind bei ihm. Sie sind die ersten Brüder des späteren „Ersten Ordens” der Franziskaner. Franziskus war ihr Oberhaupt.

Zunächst wurde Franziskus für verrückt erklärt. Franziskus’ große Liebe zu Gott und zur Schöpfung, seine Zuneigung zu den Menschen verzauberte die Menschen immer mehr.

1212 nahm Franziskus Klara von Assisi, eine junge Nonne adliger Abstammung, in seine Gemeinschaft auf.
Durch ihre Bekehrung wurde die Schwesterngemeinschaft der Klarissinen gegründet.. Von den Benediktinern bekam er die kleine Kirche S. Maria degli Angeli unterhalb von Assisi geschenkt. Franziskus nannte sie in „Portiuncula”, „kleines Fleckchen”, und baute daneben zunächst bescheidene Hütten, woraus später ein Haus und das Stammkloster der Franziskaner wurde.

Porziuncolakapelle

Die Überlieferung berichtet eine für Franziskus typische Geschichte:
Ein reißender Wolf versetzte die Umgebung der Stadt Gubbio in Angst und Schrecken. Franziskus wollte ihm entgegentreten; aber die Bürger warnten ihn:
„Hüte dich, Bruder Franz! Geh nicht vors Stadttor! Der Wolf hat schon viele gefressen, er wird auch dich jämmerlich töten!”

Franziskus ging dennoch ohne jeden Schutz zum Wolf in den Wald, nannte ihn seinen Bruder und versprach ihm, für die tägliche Nahrung zu sorgen. So zähmte er ihn. Der Wolf lebte noch zwei Jahre.
Von Tür zu Tür ließ er sich in Gubbio versorgen, ohne jemandem Leid anzutun. Nie bellte ein Hund gegen ihn, die Leute fütterten ihn freundlich, bis der Wolf an Altersschwäche starb.

Gegen Ende des Jahres 1212 machte sich Franziskus auf den Weg ins Heilige Land, erlitt jedoch Schiffbruch und sah sich zur Rückreise gezwungen.

Durch Franziskus’ Predigt und seinen vorbildlichen Wandel entstanden schon zu seinen Lebzeiten zahlreiche Klöster auch jenseits der Alpen.

Franziskus zog ins Heilige Land, wo er bis 1220 blieb. Nach seiner Rückkehr fand er die Ordensbrüder in Uneinigkeit vor und trat von der Leitung des Ordens zurück.

Die nächsten Jahre verbrachte er mit der Planung eines neuen Ordens – des späteren „Dritten Ordens”.

1222 zog Franziskus sich zurück in die Einsamkeit von La Verna, einem kleinen Kloster.

1223 feierte er im Wald von Greccio in einem echten Stall mit Ochs und Esel und einer strohgefüllten Krippe Weihnachten, um so der Bevölkerung die Geburtsgeschichte Jesu näher zu bringen.

Auf seine Bitte, am Leiden Jesu Anteil haben zu dürfen, wurde er am Michaelistag – nach anderer Überlieferung am Tag der Kreuzfindung – des Jahres 1224 nach 40 Tage langem Fasten auf dem Berg La Verna stigmatisiert: der Gekreuzigte in Gestalt eines Seraphs, von sechs Seraphenflügeln überhöht und bedeckt, oder von einem solchen getragen, neigte sich ihm; seitdem trug Franziskus, vom Leidenserlebnis Christi durchdrungen, die Wundmale an Händen, Füßen und an der Seite, aber er verheimlichte sie, so dass sie erst bei seinem Tod erkannt wurden.
Dies war die erste bezeugte Stigmatisierung der Kirchengeschichte.

FranziskusKreuz

Die Erschöpfung beeinträchtigten zunehmend seine Gesundheit, schließlich drohte Franziskus auch zu erblinden. Zur Behandlung kam er nach Siena, doch er lehnte weitere medizinische Hilfe ab, diktierte sein Testament und ließ sich unter großem Geleit nach Portiuncula unterhalb von Assisi zurücktragen. Dort starb er auf bloßem Boden liegend und nackt, um auch im Sterben Jesus ähnlich zu sein, umgeben von seinen Ordensgenossen, mit denen er gemeinsam und in froher Erwartung von „Bruder Tod” das Abendmahl gefeiert hatte. Seine Brüder bestatten ihn in Assisi.

DOM

Über Franziskus’ Grab wurde mit dem Bau der Doppelkirche San Francesco – sie besteht aus zwei übereinander gebauten Kirchen – unmittelbar vor der Heiligsprechung mit der Grundsteinlegung durch den Papst 1228 begonnen. 1253 wurde der Bau fertig gestellt.

FranziskusGrab

Aus Angst vor Reliquienräubern blieb die Grabstätte zunächst unbekannt und wurde erst 1818 gefunden. Nun wurde das Grabmal geschaffen.

Zahlreiche Heilungen und Wunder folgten dem „Pater seraphicus” auch nach seinem Tod.