PATER TOMISLAV PERVAN – Interview

Interview mit Pater Tomislav Pervan

„Medugorje – Neue Emaus”

 Medjugorje 1996

 M.Pervan

Medjugorje ist sicherlich ein Thema, dass einer Erläuterung bedarf. Es handelt sich um ein Weltphänomen, ein Wunder in Entstehung, das sich aufrechterhalten hat und andauert. Viele versuchen, diese Ereignisse zu bestreiten und behaupten, dass Medjugorje nur ein billiger Trost für Rechtlose, Benachteiligte und im Leben Verlorene ist.

In diesen 15 Jahren seines Bestehens und mit 22 Millionen Pilgern aus der ganzen Welt hielt Medjugorje allen Einwendungen, Widersprüchen und Verneinungen stand, ja sogar den modernsten computerisierten medizinischen Experimenten.

Trotz alldem stellt Medjugorje heute in der zeitgenössischen Welt eine gnadenvolle Quelle und eine Anregung zum Frieden und zur Liebe zwischen den Völkern dar. Darüber sprechen wir mit Dr. Fra. Tomislav Pervan, dem Provinzial der herzegowinischen Franziskanerprovinz.

Glasnik Mira – Anlässlich des 15. Jahrestages der Erscheinun­gen der Muttergottes fand in Medjugorje ein großartiges Konzert statt, mit den Weltstars Carreras, Gasdia, Sutej, Cofusso… Mit ihnen traten auch 12 Chöre aus allen Kontinenten als die 12 Apostel auf. Das war wie eine Welt im Kleinen. Es kamen politi­sche Würdenträger, nicht aber geistliche Würdenträger, weder Bischöfe noch Kardinale, außer einem Bischof aus Australien. Was ist der Grund dafür? Zeitmangel oder etwas anderes?

Tomislav Pervan – Die Frage, weshalb keiner der geistlichen Würdenträger beim Konzert in Medjugorje anwesend war, sollten Sie lieber an die Organisatoren dieses Konzertes richten. Was mich betrifft, kann ich sagen, dass die Stellung der offiziellen Kirchenorgane und der kirchlichen Hierarchie gegenüber Medjugorje seit Anfang an ambivalent ist.

Auf der einen Seite gibt es zahlreiche Bischöfe und Erzbischöfe, die in ihrem Herzen, viele aber auch öffentlich, Medjugorje gutheißen und anerkennen. Sie stellen Medjugorje in ihren Diözesen als ein Weltphänomen und eine Tatsache dar (drei waren in diesen Tagen hier in Medjugorje). Für mich ist Medjugorje ein bedeutendes religiöses Phänomen am Ende dieses Jahrhunderts und Jahrtausends. Auf der anderen Seite haben wir die offizielle Stellung der Kirche, die in der Erklärung der damaligen Bischofskonferenz Jugoslawiens im April 1991 ausgedrückt wurde, unmittelbar vor dem Ausbruch des Krieges auf den Gebieten Ex-Jugoslawiens und der unerhörten Agressiort auf Kroatien.

Diese Erklärung besagt, dass die bisherigen Untersuchungen keine Ergebnisse hervorgebracht hätten, die die Übernatürlichkeit des Medjugorje-Phänomens begünstigten. Was allerdings nicht die Möglichkeit ausschließt, dass sich diese offizielle Stellung der Kirche in absehbarer Zukunft ändern könnte. Und das Konzert, das am 21. Juni im Freien hinter der Kirche von Medjugorje stattfand, war so etwas wie eine großartige Ouvertüre in die Tage, die daraufhin folgten.

Glasnik Mira – Die offizielle Stellung der Kirche ist dem Großteil oder sogar allen Pilgern wohlbekannt, aber die Leute kommen trotzdem? Was ist die Ursache dafür?

Tomislav Pervan – Das frage ich mich selbst und suche die Antwort darauf, z. B. Tausende von Polen kommen in diesen Tagen nach Medjugorje, jetzt, wo ihre Censtahova ist oder weshalb kamen zu Ostern mehr als zwei Tausend Tschechen nach Medjugorje und auch jetzt sind mehr als zwei Tausend hier mit einer großen Anzahl von jungen und gottesfürchtigen Priestern? Wir wissen, dass gerade der kommunistische böse Geist am meisten das tschechische Volk zernagte, die tschechische Kirche systematisch zerlegte, buchstäblich alle Lebensschichten atheisierte und heute erleben wir die Renaissance des Glaubens in diesem Volk. Der verstorbene Kardinal Tomasek, etwas wie das Symbol des Widerstandes gegen den kommunistischen Drachen in der Ex-Tschechestowakei, war Medjugorje sehr wohlgesinnt. Er empfing die Seher aus Bijakovici wie auch die Franziskaner. Und es ist klar, dass sich so eine Haltung auch auf das gläubige Volk reflektierte, das nach Medjugorje kommt.

Jeder Mensch verhält sich ähnlich wie ein Zugvogel. Er sucht warme Gegenden für seinen Körper, besonders aber für seine Seele und sein Herz. Hätten diese unzähligen Millionen Menschen nicht ausgerechnet hier in Medjugorje diese Wärme der Mutter, ihr Herz gefunden, hätten sie nicht den Himmel erfahren, die Gnade, die Bekehrung, so hätten sie nicht auch andere zu diesem weiten Weg, zu diesen vielen Opfern und Entsagungen ermutigt. Wie der Zugvogel diesen intuitiven Trieb zur Rückkehr in warme Gebiete spürt, wenn es kalt wird, so sucht und findet auch der Mensch in der Kälte seines Umfeldes, in den Herzen, in der Gesellschaft, in der eisigen Atmosphäre der Städte, der Technik und Computer den ursprünglichen Raum für Seele und Herz, göttliche Bäder, in denen er seine Vergangenheit wäscht, die Last von seinem Buckel nimmt, nicht mehr Sisyphos noch Prometheus ist, sondern der Jünger Jesu Christi, zu dem ihn die Muttergottes führt.

22 Millionen Pilger aus der ganzen Welt an. Die Königin des Friedens ist der augenscheinliche Zeuge inmitten von uns. Sie bietet Zuflucht für die Menschen aus allen Teilen der Welt, besonders aber für Rechtlose. Viele von uns sind nicht bereit, diese Wahrheit anzuerkennen. Die Auswirkung der Ereignisse in Medjugorje ist unermesslich. Wie soll man den Organismus der Welt, der in vielen Menschen abstirbt, wieder zum Leben bringen?

Tomislav Penvan – Marias evangelisches “MEINE SEELE PREIST DIE GROSSE DES HERRN” ist nicht zufällig so etwas Ähnliches wie ein Manifest und Programm zwischen den Recht- und Obdachlosen in Lateinamerika geworden. Dieses marianische Magnifikat ist so etwas wie die Ouvertüre in Jesus Rede, die die Beziehungen zwischen den Menschen revolutioniert. Die kleinen und rechtlosen Menschen werden sich ihrer Rolle und ihrer Verantwortung für das Schicksal der Welt immer mehr bewusst. Jesus, wie auch Maria, gaben mit ihrem Leben Richtlinien und Perspektiven, wie man der Welt verantwortlich entgegentreten und sie ändern kann. Gerade diese kleinen Menschen sind es, die, nach dem Evangelium, neue Dinge, die Himmelsbotschaft, am offensten annehmen.

Wenn wir zurückschauend die Weltgeschichte der vergangenen 150 Jahre aus der Perspektive der Heilsgeschichte betrachten, dann werden wir an allen Marksteinen dieser Geschichte, betrachtet im Licht der Philosophie der Geschichte und ihrer Verlaufe, auf die Tatsache der Erscheinungen Marias stoßen, beginnend mit dem Jahr 1830, sodann zehn Jahre nach dem famosen Kommunistischen Manifest von Karl Marx in Lourdes 1858, wo sich Maria als Unbefleckte offenbarte, die den Schlangenkopf (wohl auch den kommunistischen) zerschmettert.

Am Vorabend der Oktoberrevolution gab es die Erscheinungen in Fatima. Ein großes Zeichen, ein Aufruf zur Bekehrung, zum Gebet für Russland, das auf die Welt seine gottlose Ideologie ausschütten wird. Mitte dieses Jahrhunderts erklärte Papst Pius XII Marias Himmelfahrt zur religiösen Wahrheit als Antwort auf das große weltliche Schlachthaus im 2. Weltkrieg, in dem 100 Millionen Menschen ermordet und geschlachtet wurden. Das ist die Antwort auf die Philosophie des Ekels und der Existenz, der Entwertung des menschlichen Körpers sowie auch Antwort auf die zahlreichen Kriege, in der der Glauben in der Auferstehung des Körpers und dem ewigen Leben ausgedrückt wird, wofür Maria Vorgängerin und Vorbild ist. Und am Vorabend des Zusammenfalls des Kommunismus haben wir die Erscheinung von Medjugorje, das etwas wie die siegreiche Trompete von Jericho ist, die siebenjährige Gebetsouvertüre und der Gebetsmarsch mit Kerzen in der Hand zum Fall der kommunistischen, gottlosen Schreckensherrschaft.

Bisher hat, soviel ich weiß, noch niemand im Licht der Philosophie der Geschichte diese Ereignisse als Marksteine der Weltgeschichte beschrieben, aber wir können davon überzeugt sein, ohne die Gebete und Opfer dieser kleinen Rechtlosen, die Tag und Nacht beteten, fasteten, zum Himmel und zu Gott Hilfe schreiend riefen, er möge uns retten und vom Bösen und Übel bewahren, wäre es nicht zu diesen großen und bedeutenden Ereignissen gekommen, die vielleicht die bedeutendsten in der Weltgeschichte seit der Erscheinung des Christentums sind.

Glasnik Mira – Unsere Zeit wird in die Geschichte eingehen als eine kontrastreiche Zeit mit vielen Absurditäten und Kriegen. Es scheint, als könne der Mensch sein Schicksal überhaupt nicht in seine Hände nehmen, als würden ihn viele Probleme belasten: zerrissene Familien, Drogen, Alkohol, Prostitution, Kriminalität… Während auf der einen Seite Mars auch weiterhin mit dem Krieg droht und die Venus ihm nur zulächelt und auf den geeigneten Augenblick wartet, ihn vom richtigen Weg zu lenken, wie soll da der Mensch den wahren Weg des Heils finden?

Tomislav Pervan – Ich glaube, dass C. G. Jung einmal sagte, das Evangelium sei ein Heilmittel für die Welt. Das Wort Jesu von Nazareth bleibt also maßgebend für alle Menschen und für alle Zeit. Es ist Richtung anweisend und, wie ich oben schon sagte, es gibt Richtlinien, wahre Perspektiven und Wegweiser für das menschliche Leben und die Zukunft.

Wenn wir zumindest ein bisschen Jesus Richtlinien akzeptieren würden, so glaube ich, würde das Gesicht der Erde sicherlich anders aussehen. Die Welt hat mehr Nutzen von Heiligen und Mystikern, die nicht in die Tiefen und Weiten des Weltalls gegangen sind, sondern in die Tiefen ihres Herzens und dort Gottes Bild entdeckten und es der Welt als ursprüngliche Weisheit angeboten haben, als von den vielen Wissenschaftlern, die mit ihren Entdeckungen die Menschheit an den Rand des Untergangs und der Hölle brachten. Ein Leben ohne Technik und technische Errungenschaften wäre undenkbar, was passiert aber, wenn uns das alles aus der Kontrolle gerät? Wir befinden uns gerade auf diesem Weg, weil der moderne Mensch Prometheus oder Camus Mensch in der Revolte, im Aufstand gegen jede Autorität die Kutschen zum Stehen brachte, die bereits aus der Kontrolle zu geraten schienen. Wir selbst wissen nicht, wohin uns diese “chariots of fire” führen werden. Deshalb ist Medjugorje in seiner Einfachheit (und Einfachheit ist immer auch Vollkommenheit!) der Aufruf zum ursprünglichen Leben nach dem Evangelium. Keine neue Lehre, sondern nur die Akzentuierung von längst Gewusstem, Niedergeschriebenem und Gelebtem. Es ist der zeitgemäße offensichtliche Beweis dafür, dass es möglich ist, nach dem Evangelium zu leben, denn die Menschen sind offen für die Botschaft, unzählige durch Medjugorje angeregten Gebetsgruppen entstanden, was klar und deutlich zeigt, dass sich das nicht am Rande, sondern im Herzen der Kirche ereignet, die sich um die Eucharistie versammelt…

Glasnik Mira – Nun zurück zu Medjugorje, in dem die biblische Offenbarung fortgeführt wird. Das Volk wird sich seiner selbst bewusst und kürzlich erklärten sie, dass das Ungetüm Drachen das gerade erst zur Welt gekommene Kind fressen will. Wie kann man dieses Ungetüm aufhalten?

Tomislav Pervan – Ich bin von Anfang an sehr mit Medjugorje verbunden und nach 15 Jahren ist Medjugorje ganz bestimmt nicht mehr Sammelpunkt für Neugierige, Sensationalisten, Fanatiker oder Träumer, sondern ein ausgesprochener Ort des Gebetes, der Bekehrung, der Feier des Geheimnisses unseres Glaubens, besonders der Eucharistie. Medjugorje begann mit Laien, mit einfachen Kindern, Laien haben Medjugorje anerkannt und als erstes daran geglaubt und dann erst die Priester. Und heute tragen die Laien die Bewegung von Medjugorje in die ganze Welt und es sind gerade die Laien, die hunderte Male den Ozean überfliegen, um nach Medjugorje zu kommen. Wenn sie sie fragen, warum sie so oft nach Medjugorje kommen und warum sie Pilger in diese unsicheren Gebiete führen, werden sie ihnen antworten, dass sie das tun, weil sie an den Menschen Veränderungen bemerken. Geistige. Genau wie bei den Aposteln vor und nach Jesus Auferstehung und Pfingsten. Die Menschen ändern sich und das ist dann ein Motiv für ihr wiederholtes Kommen, für die Gründung von Gebetsgruppen und hier haben wir das Fundament der Kirche von unten, aus der “Basis”. Erinnern wir uns daran, dass weder Maria noch Jesus und besonders nicht die Apostel und die ersten Schüler aus dem Priesterstand kamen, sondern Laien waren. Jesus Christus ist, sicher, der Sohn Gottes, aber er wurde nicht im Tempel und zwischen dem Priestertum und der damaligen Hierarchie erzogen. Sie waren es sogar, die ihn aus dieser Welt mit Hilfe der römischen Herrschaft und Herodes geschafft haben.

Die Zeit wird zeigen, ob Medjugorje in das Heiligtum der Königin des Friedens übergehen wird und ob dieser heilige Boden zumindest nach der Heiligkeit der Taten, der Gebete, der Frömmigkeit, der heiligen Messen, der mehr als 250 Zelebranten, die an der abendlichen heiligen Messe am 25. Juni teilnahmen, und der 50 unermüdlichen Beichtkinder in den Beichtstühlen zur selben Zeit, zum heiligen Boden erklärt wird und daraufhin auch zum Heiligtum, denn auf diesem Boden wurden allein während der heiligen Messen diesen Montag und Dienstag mehr als 50.000 hl. Kommunionen verteilt und auf diesem Boden haben Unzählige die Gnade der Versöhnung und der inneren und äußeren Heilung erfahren.

Dort, wo die heilige Messe gefeiert wird, wird die Macht Satans und des Drachens gebrochen, dort, wo Maria angebetet wird und wo für sie gesungen wird, wo man ihr mit erhobenen Herzen und Händen, die sich gen Himmel strecken, zu flüchtet, dort verschwinden die höllischen Kräfte, die uns beschlagen haben und die uns auch weiterhin beschlagen. Selbst der jetzige Papst hat sich schon im Einführungswort des neuen kirchlichen Gesetzbuches darüber geäußert, dass es “klar ist, dass der Zweck des Gesetzbuches nicht ist, den Glauben, die Gnade, die Charismen und besonders nicht die Liebe im Leben der Kirche oder des Gläubigen zu ersetzen. Im Gegenteil, Zweck des Gesetzbuches ist es, eine solche Einrichtung in der kirchlichen Gesellschaft zu schaffen, die, indem sie der Liebe, der Gnade und den Charismen Vorrang gibt, gleichzeitig auch ihre geregelte Entwicklung im Leben der kirchlichen Gesellschaft und der Individuen, die ihr zufallen, erleichtert.” Und es stellt sich die große Frage, ob uns in unserem Vorhaben und in unseren Plänen diese Liebe und Gnade führt oder nur das reine Gesetz. Wir alle sollten uns diesem Test unterziehen, der so einfach erscheint, aber doch so schwer ist.

PATER JOZO ZOVKO

PATER JOZO ZOVKO

Pater Jozo Zovko wurde  am 19. März 1941 in Sirokoga Brijeg geboren. Er ist einer der bekanntesten Franziskaner in der Franziskanerprovinz der Herzegowina und wurde vor allem im Zusammenhang mit dem Marienwallfahrtsort Medjugorje bekannt.

M.Jozo.

Er trat bei den Franziskanern ein und im Jahr 1980 wurde er Pfarrer in Medjugorje. Im Juni 1981 sollte sich sein Leben radikal verändern.

Nach den Berichten von sechs Seherkindern erschien in Medjugorje die Muttergottes während der Pfarrer 400 Kilometer entfernt in  Zagreb Exerzitien hielt.

Pater Jozo Zovko war In den ersten Tagen der Erscheinung äußerst skeptisch. Er befragte die Seherkinder  immer wieder und wusste nicht,  was er davon halten sollte. Seine Antwort war das Gebet. Er betete viele Stunden intensiv in der Kirche während der  Ansturm auf die Erscheinungen immer größer wurde. Gleichzeitig war das Militär präsent und bedrohte  die Seher.

Am 30. Juni bekam  er in der Kirche eine Antwort: „Geh hinaus und nimm die Kinder in Schutz!” Er ging zur Kirchentür, öffnete diese und die Seher standen vor ihm und baten Pater Jozo’. „Bitte, versteck uns! Die Milizen jagen uns!”

Am 2. Juli lässt er in die Kirche die Seher Zeugnis von den Erscheinungen ablegen. Pater Jozo Zovko ist schon langsam überzeugt, dass das ganze authentisch ist. Er forderte die Pfarrei auf, drei Tage lang bei Wasser und Brot fasten und ab sofort das Fluchen einzustellen. Von nun an konzentrierte sich das ganze Geschehen immer mehr in der Kirche.

Am 17. August  1981 wurde Pater Jozo  Zovko von den Behörden verhaftet, da er als Rädelsführer hinter den Erscheinungen gesehen wurde. Im Oktober wurde er offiziell wegen „nationalistischer Verschwörung” zu dreieinhalb  Jahren Gefängnis verurteilt. Er musste dort Zwangsarbeit verrichten, durfte nichts lesen und hatte keine Außenkontakte.  Nur zum Begräbnis seiner Mutter durfte er das Gefängnis werlassen und nahm dort in Handschellen teil.

Im Juli 1982 wurden internationale Kampagnen zur Freilassung von Pater Jozo gestartet, unter anderem von Amnesty International und der italienischen Wochenzeitung „11 Sabato”. Im Februar 1983 wurde Pater Jozo dann vorzeitig aufgrund des Drucks freigelassen.

Inzwischen hatte sich auch sein damaliger Bischof von ihm abgewandt, und er wurde von ihm ohne jeglichen Grund suspendiert. Daraufhin wurde er vom Franziskaner – Orden nach Tihaljina ver­setzt.

 

Die Muttergottes von Tihaljina 

Wer ist die „Muttergottes von Tihaljina“, die mit der

„Muttergottes von Medjugorje“ verehrt wird?

 In  Tihaljina,  ca.  25km  von Medjugorje entfernt,   steht in der dortigen Kirche eine Marienstatue. Der zuständige Pfarrer erzählt über nähere Einzelheiten der Statue:

 Es war Anfang der 50er Jahre, als die Pfarrei Tihaljina sich eine Madonnenstatue wünschte.  Doch es war wenig Geld vorhanden, und deshalb wurde eine preiswerte Madonna in Italien bestellt. Vom Material her sei die Statue nur wenig wert. Doch diese Madonnenstatue hatte eine sehr starke Ausdruckskraft und viele Menschen seien zu ihr gepilgert und hätten dort Maria, die Muttergottes, um Hilfe angerufen. Sie wird verehrt als

            „Mutter der Barmherzigkeit“

   Als nun die Erscheinungen in Medjugorje begannen und die Seherkinder gefragt wurden, wie denn die Muttergottes wohl ausschaue, sagten sie, man könne dies nicht beschreiben, so schön sei sie, aber sie würde sie an die Statue der Muttergottes in Tihaljina erinnern. Aus diesem Grunde wurden als erste Bilder von der Gottesmutter von Medjugorje die Bilder der Statue von der Muttergottes von Tihaljina verbreitet.

Und noch ein Phänomen ist bekannt:

Pater Jozo Zovko, der damalige Ortspfarrer von Medjugorje, wurde ja kurz nach den Ereignissen zu einer Gefängnishaft von vier Jahren verurteilt. Nach etwa eineinhalb Jahren wurde, auf Grund des Übereinkommens des damaligen kommunistischen Staates mit der Ordensgemeinschaft der Franziskaner vereinbart, dass Pater Jozo  vorzeitig freikommen sollte, aber nicht mehr nach Medjugorje zurückkehren dürfe. Er wurde nach Tihaljina versetzt. Aber es hat nicht genutzt, ihn dahin zu verbannen, denn es setzten auch große Pilgerströme zu Pater Jozo nach Tihaljina ein, und die Gottesmutter von Tihaljina wurde nun noch mehr Pilgern bekannt.

Auf seinen vielen Reisen machte Pater Jozo das Bild der Gottesmutter von Tihaljina bekannt, da er es nach jedem Treffen an alle Anwesenden verteilt.

Muttergottes-Gospa

Auf der Rückseite steht die Botschaft:

 „Liebe Kinder,

ich lade euch zu einer persönlichen Bekehrung ein. Diese Zeit gehört euch!

Ohne Euch kann Gott seine Pläne nicht verwirklichen.

Liebe Kinder, ihr werdet durch Gebet täglich wachsen und

Gott näher kommen.“

 Anschließend sind die fünf Punkte aufgeführt:

 „Ich gebe euch die Waffen gegen euren Goliat, das sind eure fünf Steine:

  1.  Rosenkranz-beten mit dem Herzen
  2.  Eucharistie
  3.  Bibel
  4.  Fasten
  5.  Monatliche Beichte“

So wurde das Bild der „Madonna von Tihaljina“ überall auf der Welt verbreitet.

DIE BEDEUTUNG DER PRIESTER ALS VERMITTLER – Pater Petar Ljubicic

DIE BEDEUTUNG DER PRIESTER ALS VERMITTLER  – Pater Petar Ljublicic

Die Jungfrau sagte der Seherin Mirjana, sie solle der Welt erzählen, dass viele Menschen ihren Glauben auf das Verhalten der Geistlichen stützen (sie erwähnt besonders die Schweiz, Österreich und Deutschland). Wenn der Pfarrer sich nicht so beträgt, wie es der Höhe seiner Berufung entspricht, dann sagen sie, dass Gott nicht existiere, dass der Glaube nicht existiere. Sie sprach zu Mirjana:

 -    “Man geht zur Kirche, um zu beten und das Wort Gottes zu hören, das der Priester verkündet.”

In einem  Interview sprach Pater Petar Ljubicic kürzlich über seine Beziehung zu den

Geheimnissen:

“Sie sind der von Mirjana ausgewählte Priester, der einige Geheimnisse drei Tage von ihrer Erfüllung enthüllen soll. Können Sie uns sagen, was Sie tun werden?”

– “Es ist sehr schwierig, davon zu reden, denn für mich setzt dies eine schwere und schwierige Verantwortung voraus. Als Mirjana mir sagte, dass sie mich ausgewählt hatte, hatten andere dies mir gegenüber bereits kommentiert. Am Anfang nahm ich es als einen Scherz auf, aber nach einigen Monaten sagte sie mir ernst: “Du bist der Ausgewählte”.

“Und wie reagierten Sie darauf?”

–  “Gar nicht, ich sagte gar nichts. Ich bin nichts, aber wenn es so sein soll, sage ich dann Dank. Sein Wille soll geschehen, nicht der meine.”

“Aber hat Sie das nicht erschreckt?”

– “Nein, das hat mich nicht erschreckt, wie mich auch dieser wahrhaftig brutale und verrückte und wahrhaft satanische Krieg nicht erschreckt hat.”

“Pater Petar, was müssen Sie tun, wenn der Augenblick gekommen ist?”

-“Zehn Tage davor werde ich wissen, was geschehen wird, dann folgen sieben Tage des

Gebets und Fastens, und drei Tage vorher werde ich sagen, was, wie und wo geschehen wird.”

“Weiß man den Inhalt dieser Geheimnisse?”

–  “Es scheint, dass das erste Geheimnis sich auf Medjugorje bezieht, das heißt dass das Ereignis hier stattfinden wird. Aber die ersten beiden Geheimnisse sind Warnungen, wir können nicht sagen, dass es Geheimnisse sind. Es sind Warnungen an uns alle. All jene, die hierher kommen nach diesen Geschehnissen, werden die unbedingte Überzeugung haben, dass die Heiligste Jungfrau hier gegenwärtig gewesen ist und dass die Jugendlichen die Wahrheit gesagt haben. Dies wird offenkundig sein. Alles zeigt an, dass etwas geschehen wird, dass es aber nicht angenehm sein wird. Das dritte Geheimnis besteht in einem Zeichen auf dem Hügel der Erscheinungen und wird Grund zu großer Freude für alle diejenigen, die hierher nach Medjugorje gekommen sind, und für alle, die glauben werden.”

“Vor zwei oder drei Jahren sagten Sie, dass Bosnien-Herzegowina frei sein wird. Ist dies in irgendeiner Weise ein Geheimnis?”

–  “Vor zehn Jahren wusste ich schon, dass dieser Krieg kommen würde. Mirjana sagte mir eines Tages in Tihaljina: “Die Mutter Gottes hat mir gesagt, dass Kroatien und Slowenien wieder frei sein werden (wobei sie sich auf Bosnien-Herzegovina bezog), dass es aber vorher einen Krieg geben werde. Ich verlangte von ihr keine weitere Erklärung. Aber auf dem Weg zurück nach Medjugorje sagte ich ihr: “Aber weißt du, was ein Krieg bedeutet, Blut und all das andere?” “Ja, ja, ich weiß es! Dies ist es, was ich weiß, und mehr kann ich nicht sagen”.

“Ich erinnere mich genau daran, dass sie uns im August 1991 in einer Botschaft sagte, dass wir neun Tage lang beten und fasten sollten. Jeder von uns sollte ein Gelübde zu fasten und zu beten ablegen. Aber wenige nahmen es ernst (und der Krieg nahm seinen Anfang, Anmerkung der Redaktion). Jetzt verstehen wir alle Botschaften und alle Erscheinungen. Es war eine Prüfung, aber Gott liebt uns. Er lenkt die Geschichte der Menschheit wie die Geschichte jedes Individuums im Einzelnen… Ich sage immer, dass dieser Krieg keine Strafe für uns ist, sondern mehr ein Aufruf zu unserer Bekehrung, damit wir endlich an Gott glauben können.”

DIE GEHEIMNISSE VON MEDJUGORJE – Interview mit Pater Petar Lljubicic

DIE GEHEIMNISSE VON MEDJUGORJE 

Pater PETAR LJUBICIC OFM  wurde  1946 in Kroatien als erstes von 10 Kindern geboren. Seine Eltern wünschten sich nach ihrer Heirat sehnlichst ein Kind. Erst nach 6 Jahren beharrlichen Gebetes stellte sich der erflehte Nachwuchs ein.

Im Herbst 1962 trat er in dass Priesterseminar ein und beginnt nach dem Abitur das Noviziat bei  den Franziskanern. Er studierte Theologie  und am 29. Juni 1972 empfing er die Priesterweihe. Als Priester wirkte er seither in verschiedenen Pfarreien (Kroatien, Schweiz und Deutschland).

Besonders erwähnt sei hierbei seine über 10 jährige Tätigkeit in der Pfarrei von Medjugorje, wo er sich vor allem der Pilger-Betreuung widmete und einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte.

Seine Bücher über die Muttergottes: “Ruf der Königin des Friedens” und “Dies ist die Zeit der Gnade” haben bei den Lesern großen Anklang gefunden.

Von ihm gesammelte Beispiele sind in dem Buch “Beispiele, die ermutigen, anziehen, aber auch ermahnen” erschienen.

Er hält gerne Exerzitien, Einkehrtage und Gebetstreffen. Seine Zuhörer will er besonders darauf aufmerksam machen, dass wir in einer Gnadenzeit leben und dass GOTT uns unendlich liebt. Wir sollen jeden Augenblick unseres Lebens so leben, dass wir ihn in einen Augenblick der Rettung für uns selbst und für unsere Schwestern und Brüder umsetzen können.

M.Pater Petar

Interview mit Pater PETAR LJUBICIC

 –  Was wissen wir über die Geheimnisse von Medjugorje und wann werden sie veröffentlicht? Diese Fragen versucht uns Pater Petar Ljubicic in diesem Gespräch zu beantworten.

- Pater Petar, die Seherin Mirjana hat Sie ausgewählt, um die Geheimnisse, die ihr die Muttergottes anvertraut hat, bekannt zu geben. Fühlen Sie sich geehrt oder haben Sie Angst davor?

Pater Petar: Als ich eines Abends vor mittlerweile 25 Jahren in Medjugorje hörte, dass Mirjana mich für die Bekanntgabe der Geheimnisse auserwählt habe, glaubte ich zunächst an einen Scherz. Ich bemerkte, dass so etwas eine ernste Sache sei, über die man nicht zu scherzen pflegt. Die Gedanken daran ließen mich nicht mehr los. Ich fragte mich: Kann es wirklich wahr sein?

Das alles war mir nicht gleichgültig. Für mich war es seltsam, warum sollte Mirjana gerade mich wählen. Ich empfand es als eine große Ehre, aber auch als eine große Verantwortung. Ich kann nicht erklären warum, aber Angst fühlte ich nicht. Als ich Mirjana dann traf, fragte sie mich. „Weißt du schon, dass du die Geheimnisse bekannt geben wirst, wenn die Zeit dafür gekommen ist? – „Sollte das möglich sein!?” – schoss es mir durch den Kopf. Es fällt mir schwer die passenden Worte für meine damaligen Gefühle zu finden. Ich weiß nur, dass mich ein Gefühl des Glücks und der Sicherheit durchdrang.

- Was können Sie uns über die Geheimnisse und über deren Inhalt sagen? Welche Botschaft beinhalten sie? Wann werden sie enthüllt?

Pater Petar: Die Geheimnisse sind – wie das Wort schon sagt – geheim. Über den Inhalt wissen wir nichts. Man kann nur sagen, dass es sich bei den Geheimnissen um Geschehnisse handelt, die sich an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit ereignen werden. Wann das geschehen wird, ist uns nicht bekannt. Daher sollten wir darüber auch nicht spekulieren. Wir sollten die Existenz dieser Geheimnisse als eine Hilfe für uns ansehen, damit wir das Leben, das Gott uns geschenkt hat, ernst nehmen und die Zeit für unser Heil und für die Rettung unserer Seele nutzen. Das bedeutet für uns so zu leben, dass wir in jedem Augenblick vor Gott Rechenschaft ablegen können. Wenn wir so leben, sind wir jederzeit bereit Gott zu begegnen und vor ihn zu treten. Daher brauchen wir uns vor der Enthüllung der Geheimnisse auch nicht zu fürchten und es ist nicht notwendig nach dem „wann” zu fragen.

- Sie werden alle zehn Geheimnisse veröffentlichen. Können Sie uns sagen, wie Sie das machen werden? Die Muttergottes hat versprochen, ein sichtbares und dauerhaftes Zeichen zu hinterlassen. Welches Geheimnis wird das sein?

Pater Petar: Wenn die Zeit kommt das erste Geheimnis zu veröffentlichen, wird mir Mirjana zehn Tage vorher eine Art Pergament, der Große DIN A4, auf dem alle Geheimnisse detailliert verzeichnet sind, übergeben. Daraufhin werde ich das erste Geheimnis lesen und erfahren, was zehn Tage später geschehen wird. Nun ist es meine Aufgabe sieben Tage zu beten und zu fasten. Nach diesen sieben Tagen ist es mir gestattet, jedem Auskunft zu geben. Ich darf bekannt geben, um was es sich handelt und wann und wo es passieren wird. Mirjana betonte mir gegenüber, dass sich die ersten beiden Geheimnisse auf Medjugorje beziehen. Sie beinhalten eine Mahnung sowie eine große Warnung, die für die Gläubigen der Pfarrei von Medjugorje bestimmt sind. Wenn die beiden Geheimnisse eintreffen, dann wird jeder wissen, dass die Seher die Wahrheit gesagt haben und wir die Erscheinungen als authentisch bezeichnen dürfen. Das dritte Geheimnis wird ein sichtbares Zeichen auf dem Berg der Erscheinung – dem Podbrdo – sein. Alle, die an die Erscheinungen geglaubt und ihr Leben danach ausgerichtet haben, werden sich darüber sehr freuen. Es wird jedoch für alle Menschen ein Zeichen zur Bekehrung sein. Wir dürfen nicht vergessen, dass diese Zeit eine Zeit der Bekehrung und des Gebetes ist. Es ist eine Zeit der geistlichen Reinigung und eine Zeit der freudigen Entscheidung für Gott. Daher möchte ich nochmals betonen, dass wir mit unserer Bekehrung nicht warten dürfen. Wenn wir z. B. erst auf das Zeichen warten, könnte es für uns zu spät sein.

- Was wird Ihrer Meinung nach der Veröffentlichung der ersten drei Geheimnisse passieren? Was ergibt sich daraus für Medjugorje?

Pater Petar: Wie ich bereits gesagt habe, helfen uns diese Erscheinungen zu begreifen, dass jeder Augenblick unseres Lebens wichtig ist. Wir sollen ihn in vollkommener Hingabe an Gott leben und ihn durch unser Gebet segnen. Das bedeutet, dass wir uns immer für Gott entscheiden. So werden wir die Last des Lebens leichter tragen. Ich denke, dass die Bekanntgabe der Geheimnisse uns allen dabei helfen wird, ernsthafter und verantwortungsbewusster zu werden. Sicherlich wird es ungewöhnliche, wunderbare Zeichen geben und große Bekehrungen. Alle Bekehrungen und alle geistigen und körperlichen Heilungen, die sich bis heute ereignet haben, sind der Beweis dafür, dass sich der Himmel über Medjugorje geöffnet hat und die Königin des Friedens zu uns gekommen ist.

Die Bekanntgabe der Geheimnisse wird ein großer Trost und eine große Freude für alle sein. Vor allem diejenigen, die geglaubt und sich darum bemüht haben, nach dem Evangelium Jesu Christi zu leben, werden froh und glücklich sein. Es ist eine Tatsache, dass jedes Jahr Tausende und Abertausende Pilger nach Medjugorje kommen.

Wenn die Veröffentlichung der Geheimnisse beginnt, werden sicher noch mehr Menschen dorthin gehen; wahrscheinlich auch die, die bisher kein Interesse gezeigt haben. Die Zukunft von Medjugorje wird auf jeden Fall positiv sein. Es wird sich noch stärker zu einem geistigen Magneten entwickeln.

 – Erschütternde Bekehrungen und wundersame Heilungen sind der Beweis dafür, dass die Erscheinungen authentisch sind. Wird die Bekanntgabe der Geheimnisse für die kirchliche Anerkennung entscheidend sein?

 Pater Petar: Meiner tiefsten Überzeugung nach gibt es in Medjugorje genügend stichhaltige Beweise für die Authentizität der Erscheinungen. Sie haben soeben die Bekehrungen und Heilungen angesprochen. Für eine Anerkennung sind, neben einigen anderen Bedingungen, bereits zwei wundersame Heilungen, die wissenschaftlich belegt sind, ausreichend. Wir können in Medjugorje bisher hunderte solcher Heilungen verzeichnen. Ein Arzt aus Mailand hat bereits drei Bücher über diese Heilungen veröffentlicht.

Meine persönlichen Erfahrungen mit den vielen Pilgern von Medjugorje habe ich in den Büchern „Der Ruf der Königin des Friedens” und „Dies ist die Zeit der Gnade” beschrieben. Seit über zehn Jahren lebe ich mittlerweile im Ausland und begegne Menschen, die mir bezeugen, dass sie sich ihr Leben ohne die Königin des Friedens nicht mehr vorstellen können. Sie sprechen über unbeschreibliche Gnadentage in Medjugorje. Einige, die unheilbar krank waren, wurden geheilt. Das ist ein Beweis dafür, dass Gott in Medjugorje, auf die Fürsprache der Muttergottes, am Werk ist.

Sicherlich liegen Sie damit richtig, wenn Sie annehmen, dass die Bekanntgabe der Geheimnisse für die kirchliche Anerkennung von entscheidender Bedeutung sein wird.

- Glauben Sie, dass ein räumlicher und zeitlicher Zusammenhang zwischen den Erscheinungen der Mutter Gottes in Medjugorje und den Geschehnissen im ehemaligen Jugoslawien bzw. in Europa besteht?

Pater Petar: Ich bin der Meinung, dass es eine solche Verbindung gibt. Die Muttergottes ist nicht zufällig nach Medjugorje gekommen. Eine Seherin vertraute mir am 19. Januar 1982 an, dass ihr die Muttergottes gesagt habe, dass der kommunistische Totalitarismus (die Diktatur) zusammenbrechen wird. Es wird zwar einen Krieg geben, aber Kroatien wird frei sein. Die Muttergottes hatte uns zum Gebet eingeladen, damit diese Tragödie nicht so schlimm werden sollte. Doch leider sind wir dieser Einladung zu Gebet und Bekehrung nicht gefolgt. Deswegen mussten wir viele Opfer beklagen bevor wir unsere Freiheit erlangen konnten. Meiner Meinung nach wäre es ganz anders gekommen, wenn wir die Bitten der Muttergottes erfüllt hätten.

- Es gab und gibt sogar Menschen, die diese Erscheinungen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen. Ich frage mich: Warum? Wir sollten uns über jede Bekehrung und jeden göttlichen Eingriff freuen. Wie kann man so viele positive Zeichen sowie Heilungen und Bekehrungen ignorieren?

- Warum erscheint die Muttergottes in den letzten 950 Jahren so häufig?

- Was geschieht mit der Menschheit dass so viele Interventionen notwendig sind?

Pater Petar: Die Geschichte der Erscheinungen der Muttergottes zeigt, dass sie immer dann zu uns kommt, wenn große Gefahren heraufziehen. Allein bei der Betrachtung der letzten 150 Jahre sehen wir, dass gerade in ihrem Erscheinen ihre mütterliche Liebe und ihre Sorge um unsere Nöte besonders zum Ausdruck kam. Die Muttergottes will mit den Erscheinungen das Schlimmste verhindern. Sie erschien dem Mädchen Bernadette Soubirous 1858 in Lourdes als in Frankreich, Europa und der ganzen Weil die großen Gefahren des moralischen Liberalismus und der Freimaurerei heraufzogen. Ähnlich war es auch 1917 als sich die Welt der furchtbaren Bedrohung des atheistischen Kommunismus gegenüber sah. Damals erschien die Muttergottes den drei Kindern Lucia, Francisco und Jacinta in Fatima.

In Medjugorje erschien sie am 24. Juni 1981, auf den Tag genau zehn Jahre vor Ausbruch des blutigen Krieges in Kroatien, später auch in Bosnien-Herzegowina. Genauso verhielt es sich in Ruanda. Allerdings war dieser Krieg noch grausamer und blutiger (mindestens eine Million Opfer). Das zeigt uns, dass die Muttergottes stets gekommen ist, um ihre Kinder vor der großen Gefahr zu warnen, in der sie geschwebt haben. Sie wollte ihnen einen Ausweg zeigen und die dazu nötige Hilfe anbieten. Interessant ist, dass sich die Muttergottes in Medjugorje während der ersten Tage mit ihrem göttlichen Kind Jesus, der wahrer Gott und wahrer Mensch ist, gezeigt hat.

Das ist ihre Botschaft, ihr Geschenk und ihre Hilfe für die heutige Welt. Die Mutter aller Menschen konnte nichts Wichtigeres sagen, nichts Größeres geben und nichts Nützlicheres tun. Denn für uns Menschen kann es nichts Wichtigeres, nichts Größeres und nichts Nützlicheres geben als Jesus.

- Was können Sie uns über die heutige Situation der Welt sagen? Warum befindet sie sich in einer so schweren Krise?

Pater Petar: Jeder weiß, dass es heute in der Welt chaotisch zugeht. Alle stimmen in folgendem ‘überein:

Der Mensch war noch nie unsicherer und verängstigter, besorgter und unzufriedener, sündiger und kranker als heute. Noch nie befand er sich in einem größeren Jammertal und in einer größeren Qual als heute. Die Welt ist, gelinde gesagt, in eine tiefe Krise geraten. Zwar bedeutet Krise nicht dasselbe wie Katastrophe, doch ist auch diese Möglichkeit nicht, auszuschließen. Eine Krise ist aber vor allem eine Chance, die, wenn man sie nicht zu nutzen weiß, leicht zu einem Schaden wird, der allumfassend sein und wirklich große Ausmaße und schlimme Formen annehmen kann. Das ist das Mindeste, was man über die heutige Krise sagen kann.

Die Freiheit ist eine große Gabe Gottes an den Menschen, um sich für das Gute zu entscheiden. Aber viele vergessen dabei, dass Freiheit auch eine große Verantwortung bedeutet. Man darf dieses Geschenk jedoch niemals missbrauchen. Leider kümmern sich viele nicht darum und zerstören durch eine falsch verstandene Freiheit die Familien und die menschlichen und moralischen Werte. Es ist nicht gut, heutzutage alles zu profanieren. Das kann zu einer Hölle auf Erden werden. Warum ist so vielen Menschen noch nicht klar, dass der Mensch ohne Gott nicht sein und nicht leben kann? Ohne Gott geht der Mensch in sein Unglück. Ohne Gott gibt es keine Hoffnung und der Mensch wird zum Sklaven seiner sündhaften Neigungen.

- Der Missbrauch der Freiheit bringt Angst, Bedrängnis, Not und Terror. Dieser Missbrauch und die Gottlosigkeit sind die Gründe für alle Missstände, die es auf dieser Welt gibt.

- Ist Medjugorje die Fortsetzung von Fatima?

Pater Petar: Mir scheint, dass Primo Martinuzzi, ein italienscher Arzt, die beste Antwort gegeben hat. Er hat die Seher untersucht. Diese Untersuchung machte einen so großen Eindruck auf ihn, dass er beschloss Priester zu werden. Er war jedoch verlobt, sprach aber mit seiner Braut, übte seinen Beruf weiterhin nicht mehr aus und begann Theologie zu studieren, um Priester zu werden. 1991 wurde er dann zum Priester geweiht. Er sagte:

„Bereits als ich zum ersten Mal von den Erscheinungen hörte, glaubte ich an sie. Ich kann mir mein Priesterleben und meine priesterliche Arbeit ohne Medjugorje nicht vorstellen. Ich teile die Meinung anderer Theologen und Mariologen, die in Medjugorje die Erfüllung von Fatima sehen.” Er sprach noch über die Rückkehr vieler verlorener Söhne und Töchter. Sie werden nach Priestern suchen, um mit ihnen zu sprechen: Ich möchte Jesus kennen lernen. Ich brauche Maria. Auf diese Weise hilft Medjugorje so vielen.

Die Muttergottes ist in Fatima den drei Hirtenkindern Lucia, Francisco und Jacinta erschienen, deren Eltern zwar arm, aber fromm und tiefgläubig waren. In Liebe hat uns die Muttergottes durch die Kinder aufgerufen. „Die Sünde ist das große Übel, die Ursache alles anderen Bösen. Die Menschen sollen sich bessern und um Verzeihung ihrer Sünden bitten! Man soll Gott, unseren Herrn, nicht mehr beleidigen, der schon so sehr beleidigt worden ist.” Die Jungfrau Maria betont vor den Kindern und auch uns allen: „Betet, betet viel und bringt Opfer für die Sünder. Wisset, dass viele auf die Hölle zueilen, weil niemand für sie opfert und betet.” (August 1917).

Ähnlich spricht die Muttergottes als Königin des Friedens auch in Medjugorje. Viele bekennen, dass sie in Medjugorje finden konnten, wonach sie ihr Leben lang gesucht haben. Dort fanden sie den Frieden in der Seele und wahre Freude, wirklichen Trost und Glück. Ist das nicht das, was der Mensch heutzutage am dringendsten braucht?

- ater Petar, was wollen Sie, nach 25 Jahren Marienerscheinungen den Lesern dieser Zeilen mitteilen?

Pater Petar: Schon 25 Jahre? Ich frage mich, wodurch hat unser kroatisches Volk diese außergewöhnliche Gnade, dass die Königin des Friedens zu uns kommt, verdient? Wir sollen Gott für alle Gnaden, die wir in dieser Zeit erhalten haben, dankbar sein. Stürmisch und schwer war unsere Vergangenheit.

Wir haben nicht nur jähre-, sondern jahrhundertlang gelitten. Der Himmel konnte nicht mehr schweigen. Er hat sich geöffnet und die Muttergottes ist zu uns gekommen und hat unermüdlich ihre Botschaft wiederholt; „Liebe Kinder, ich bin eure Mutter und ich liebe euch. Ich sehe, dass ihr, meine Kinder, in so großen Nöten seid, aus denen ihr von alleine nicht herauskommen könnt. Ich bin gekommen, um euch in diesen schwierigen Zeiten zu helfen. Ich möchte euch zu meinem Sohn führen. In Ihm könnt ihr den Sinn und das Ziel eures Lebens finden.

Er ist eure Freude und euer Friede, euer Glück und euer Heil! Glaubt fest an Gort und betet zu ihm! Bekehrt euch und fastet! Lebt eure christliche Mission würdig.”

Was kann ich anderes sagen? Ich könnte nur wiederholen, was uns die Muttergottes bereits seit 25 Jahren sagt. Seien wir Gott vor allem für Seine Liebe und Hilfe dankbar. Als guter Vater liebt Er uns so sehr und erwartet von uns, dass wir den Plan, den Er mit uns hat, jeden Tag verwirklichen. Sein Plan ist, noch besser gesagt, Sein heiliger Wille ist, dass auch wir Ihn über alles lieben, und dass wir immer mit Ihm und Seinem Segen rechnen sollen, dass wir danach leben und einmal ins Paradies gelangen. Sein Wirken ist vor allem in diesen schwierigen Krisenzeiten sichtbar. Nutzen wir doch diese Gnadenzeit, die Er uns schenkt. Fassen wir Mut und übergeben wir Ihm uns ganz. So werden wir jeden Augenblick unseres Lebens in einen Augenblick der eigenen Rettung und der Rettung der anderen verwandeln können.

 

(Bericht aus dem Wienerheft Nr. 83)