Die Selige “Gute Beth” von Reute 1386 – 1420

Mit der Guten Beth begann 1403 das franziskanisch-klösterliche Leben in Reute.

Elisabeth Achler, die “Gute Beth”, wurde am 25. November 1386 als Tochter des Weberehepaares Hans und Anna Achler in Waldsee geboren.

Mit vier anderen jungen Frauen zog Elisabeth, auf Rat ihres geistlichen Begleiters Konrad Kügelin, in die neu erbaute Klause nach Reute. Dort führte sie nach der Regel des heiligen Franziskus ein Leben in Armut und Gebet.

Die Klause wurde im Jahre 1406 zum Frauenkloster erhoben und Elisabeth wurde Terziarin des Franziskanerordens.

Elisabeth gilt als Mystikerin, weil sie Visionen hatte und zwölf Jahre ohne zu essen lebte sowie die Wundmale Christi auf ihrem Körper trug. Sie lebte nur von der heiligen Kommunion.

In ihrer Klause überkam sie eine tiefe Reue über ihr vergangenes Leben und unvermittelt begann Ihr höheres Gnadenleben.

Im Kloster versorgte sie anfangs auch die Armen an der Klosterpforte. Diese Liebe zu den Menschen gab Elisabeth den Namen “Gute Beth”.

Elisabeth starb am 25. November 1420 in Reute.

Im Jahr 1766 wurde sie durch Papst Clemens XIII. selig gesprochen.

Der Selige Adolph Kolping 1813 – 1865

Kolping

geboren am 8. Dezember 1813 in Kerpen bei Köln
gestorben am 4. Dezember 1865 in Köln

Adolph Kolping war das vierte von fünf Kindern des Lohnschäfers Peter Kolping (gestorben am 12. April 1845) und dessen Ehefrau Anna Maria, geborene Zurheyden (gestorben am 4. April 1833). Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf.

Mit 12 Jahren erlernte er in Kerpen das Schuhmacherhandwerk. Seine Kindheit beschrieb Kolping trotz der familiären Armut als glücklich.

Nach der Lehre und der Gesellenprüfung arbeitete Adolph Kolping von 1829 bis 1832 als Schuhmachergeselle in Sindorf, Düren und Lechenich und danach in einer der damals führenden Werkstätten in Köln. Das Angebot, in diesen Betrieb einzuheiraten, lehnte er ab und wechselte die Stelle.

Adolph Kolping war entsetzt von den oft unmöglichen Lebensbedingungen der Handwerksgesellen, die er während seiner Wanderschaft kennen lernte.
Aus Gesundheitsgründen zwang ihn als 22 Jährigen, die Tätigkeit als Handwerker vorübergehend aufzugeben.

Im Alter von fast 24 Jahren erfüllte sich sein lang ersehnter Wunsch. Er besuchte das Gymnasium,lernte nebenbei Latein, um danach zu studieren und Priester zu werden. Nach nur dreieinhalb Jahren bestand Kolping das Abitur.

Am 3. April 1841 erhielt er das „Zeugnis der Reife”. Danach studierte er in München und Bonn.

Ab 26. März 1844 studierte er am Erzbischöflichen Clericalseminar in Köln Theologie. .

Am 13. April 1845 wurde er in der Kölner Minoritenkirche zum Priester geweiht und danach zunächst in Elberfeld, heute ein Stadtteil von Wuppertal, als Kaplan und Religionslehrer eingesetzt.

1849 kehrte Kolping als Domvikar zurück nach Köln und gründete dort im Mai mit sieben Gesellen in der Kolumbaschule den Kölner Gesellenverein.

Am 1. Januar 1850 hatte der Verein bereits 550 Mitglieder. Wie in Köln entstanden schnell auch in anderen Städten Gesellenvereine. Bis zu Kolpings Tod im Jahr 1865 waren es 418 mit 24.000 Mitgliedern.

Von Jugend an hatte Adolph Kolping viele und schwere Krankheiten. Trotzdem ließ er sich 1858 zum Generalpräses aller bis dahin bestehenden 180 Gesellenvereine wählen und setzte alle Kraft ein, den Gesellenverein weiter zu verbreiten. Dazu unternahm er mitunter beschwerliche Reisen.

Im September 1861 musste er jedoch die Teilnahme am Katholikentag in München und am Treffen der Gesellen absagen, nachdem sich sein Gesundheitszustand bedrohlich verschlechtert hatte.

Im Mai 1862 aber war es Kolping vergönnt, nach Rom zu reisen und dem Papst sein Werk vorzustellen. Als Anerkennung schenkte ihm Pius IX. ein kostbares Messgewand.

Vorübergehend schien sich Kolpings Gesundheit zu stabilisieren, doch ab dem Frühjahr 1865 litt er an einer schweren Gelenkentzündung im rechten Unterarm. Noch einmal reiste er, um für den Gesellenverein zu werben.

Im September fuhr er nach Trier und nahm an der Einweihung des Gesellenhauses teil. Danach aber häuften sich Erstickungsanfalle, an denen er vier Tage vor Vollendung des 52. Lebensjahres im Gesellenhaus starb.

Seit 1862 war Kolping Rektor der Minoritenkirche in Köln, in der er entsprechend seinem Wunsch am 30. April 1866 beerdigt wurde.

Am 27. Oktober 1991 wurde Kolping von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Der Heiligsprechungsprozess dauert an.

Die Selige Schwester Blandine Merten 1883 – 1918

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Geboren am 10. Juli 1883 in Düppenweiler als Maria Magdalena Merten.
Gestorben am 18. Mai 1918 in Trier. Sie war eine deutsche Ursuline.

Maria Magdalena Merten wurde als neuntes Kind einer sehr religiös lebenden katholischen Landwirtsfamilie im damals zur preußischen Rheinprovinz gehörenden Düppenweiler, dem heutigen Saarland, geboren.

Nach dem Volksschulabschluss 1898 in ihrem Heimatort Düppenweiler absolvierte sie 1899 bis 1902 das Lehrerinnenseminar in Marienau bei Vallendar.
1902 bis 1908 arbeitete sie als Volksschullehrerin in Oberthal (Saar), Morscheid (heute Ortsteil Morscheid-Riedenburg der Gemeinde Morbach und Großrossein.

Im November 1908 trat sie gemeinsam mit ihrer Schwester in die Ursulinenkongregation Calvarienberg in Ahrweiler ein, wo sie zur Einkleidung den Ordensnamen „Blandina” erhielt. Bekannt wurde sie allerdings unter dem Namen „Blandine”.

Nach dem Noviziat legte sie 1910 im Mutterhaus der Kongregation in Ahrweiler die zeitliche und 1913 die ewige Profess ab.
Von 1910 bis 1916 war Schwester Blandine als Lehrerin und Erzieherin an den Schulen der Ursulinen in Saarbrücken und Trier tätig.

Eine schwere Tuberkuloseerkrankung zwang sie im September 1916 zur Aufgabe ihrer Tätigkeit.

Im Alter von 34 Jahren starb Blandine Merten im Kloster St. Bantus in Trier.

Die Seligsprechung von Schwester Blandine

Als Lehrerin strahlte Schwester Blandine Merten bei ihrem Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern durch ihre Güte und innere Fröhlichkeit ein Charisma der Heiligmäßigkeit aus. So war Schwester Blandine sehr beliebt.

Nach dem Tod von Schwester Blandine meldeten Gläubige den kirchlichen Behörden zahlreiche Gebetserhörungen.

1954 wurde in Trier der bischöfliche Informativprozess zur Vorbereitung einer Seligsprechung eröffnet.

Eine Heilung von einem schweren Melanom im Jahr 1985 bei der österreichischen Missionsschwester Irimberta Puntigam SSpS wurde 1986 von der Kirche offiziell als Wunder anerkannt.

Am Hochfest Allerheiligen wurde Schwester Blandine 1987 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Bei zahlreichen Katholiken ist sie als Schwester Blandine bekannt.

Am 18. Mai 1990 wurden ihre sterblichen Überreste in die Blandinenkapelle auf dem Friedhof St. Paulin in Trier, überführt

Im Mutterhaus der Ursulinenkongregation Calvarienberg in Ahrweiler ist seit 1954 das Blandinenarchiv. Die Blandinen-Kapelle mit den Reliquien der Seligen und das Blandine-Merten-Haus befinden sich in Trier in der Schöndorfer Straße, nahe der Kirche und dem Friedhof St. Paulin.

Der Selige Pater Rupert Mayer – Lebenslauf

Lebenslauf von Pater Rupert Mayer S.J.

23.Januar 1876 Geburt in Stuttgart als Sohn eines Kaufmanns. Rupert Mayer wuchs in Stuttgart auf, besuchte das Gymnasium bis 1899 Studium der Philosophie in München, anschließend der Theologie in Fribourg (Schweiz), München, Tübingen und am Priesterseminar Rottenburg

02.05.1899 wurde Rupert Mayer in Rottenburg zum Priester geweiht

nach der Priesterweihe 1899 anschließend Vikar in Spaichingen

01.10.1900 Eintritt bzw. Aufnahme in den Jesuiten-Orden in Feldkirch in Vorarlberg

ab 1906 in den Niederlanden, Deutschland, Österreich und in der Schweiz als “Volksmissionar” tätig

1912 Berufung nach München durch Kardinal von Bettinger. Seine Schwerpunkte legte er als Seelsorger vor allem um Zuwanderer und auf die Familienseelsorge.

Im Ersten Weltkrieg: zunächst Sanitätshelfer, später Feld- und Divisionsgeistlicher. Er erlitt eine schwere Verwundung, da er sich schützend über einen Soldaten warf.
Auf Grund der Verwundung musste ein Bein amputiert werden. Als erster Priester erhielt er dafür das Eiserne Kreuz 1. Klasse, das er nicht ohne Stolz trug.

Bereits in den frühen zwanziger Jahren setzt sich Mayer in München mit dem Nationalsozialismus auseinander und bekämpfte in seinen Predigten den Rassen- und Klassenhass in und nach den Revolutionswirren in München.
Für die Münchener Gläubigen setzte es sich vor allem als Helfer und Seelsorger im sozialen Elend der Großstadt ein.

1921 Kardinal Faulhaber ernennt ihn zum Präses der Marianischen Männerkongregation. Durch seine regen Tätigkeiten galt er schon bald als “Männerapostel” und “Apostel Münchens”.

Pater Rupert Mayer hielt bis zu 70 Predigten pro Monat.

1924 Pater Rupert Mayer “erfand” 1925 den legendären Bahnhofsgottesdienst.
Viele Münchner verbrachten den arbeitsfreien Sonntag im Münchner Umland. Sie verließen die Landeshauptstadt mit dem Zug, In der Halle des Bahnhofes predigte er Sonntags mehrmals zwischen 3 Uhr und 18.00 Uhr.

1933 Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten predigte Pater Rupert Mayer gegen antikatholische Hetzkampagnen und bekämpfte die NS-Kirchenpolitik.

Seit 1935 Ihm wurde von den Behörden Redeverbot erteilt.

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Seit 1937
Verhaftung durch die Gestapo und Verurteilung zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung. Kurze Zeit danach predigte Mayer in der Münchner Kirche St. Michael. Der Inhalt seiner Predigt war, daß der Mensch Gott mehr gehorchen müsse, als den Menschen. Auf Grund dieser Predigt wurde er in die Strafanstalt Landberg durch die Gestapo eingewiesen. Hitler selbst verfügte über eine Amnestie, nach sechsmonatiger Haft die Freilassung. Demonstrativ ließ er sein Eisernes Kreuz in der Zelle zurück und predigte erneut von der Kanzel.

Erneut wurde er verhaftet und verurteilt. Pater Rupert Mayer wurde sieben Monate in Isolierhaft im KZ Sachsenhausen gehalten. Als Pater Rupert Mayer in Lebensgefahr schwebte (er wog nur noch 50 kg), befürchteten die NS-Verantwortlichen seinen Tod.

April 1940
Pater Rupert Mayer wurde aus dem KZ entlassen. Allerdings durfte er für die Freilassung aus dem KZ, nicht mehr predigen.
Pater Rupert Mayer wurde ins Kloster Ettal “verbannt”. Für ihn war eine Verbannung gleich einer Verurteilung. Die Nationalsozialisten wollten ihn auf diese Weise mundtot machen.

Am 7. August wurde er nach Ettal bei Garmisch gebracht, der Weg führte über das KZ Oranienburg. Das Kloster durfte er bis Kriegsende nicht mehr verlassen und Besuche wurde untersagt, außer von Beamten und Mitbrüdern. Die Seelsorge wurde ihm untersagt und predigen war nur in der Hauskapelle erlaubt. Pater Rupert schrieb: “Seitdem bin ich lebend ein Toter, ja dieser Tod ist für mich, der ich noch so voll Leben bin, viel schlimmer als der wirkliche Tod, auf den ich schon so oft gefaßt war”.

Im Mai 1945 kam er nach München zurück, allerdings sehr krank und erschöpft. Er versuchte den Notleidenden sowie der ausgebombten Bevölkerung zu helfen. Seine Organisation reichte von der Nahrungsmittelversorgung und beschaffte Unterkünfte für Flüchtlinge und Einheimische.

Am Allerheiligentag, 01.11.1945 verstarb Pater Rupert Mayer während der Predigt an einem Schlaganfall. Doch wohl eher wegen der Folgen seiner Haft, die zum Tod führten.
Der Sarg wurde von Zehntausende Menschen begleitet. Sein Grab auf dem Klosterfriedhof wurde zur Wallfahrtsstätte für zehtausende Besucher.

Am 23.05.1948 wurde sein Leichnam in die Unterkirche des Bürgersaals verlegt.

Die Seligsprechung war am 03.05.1987 in München durch Papst Johannes Paul II..