INDONESIEN – Angriff auf 3 Kirchen in Surabaya

INDONESIEN – ANGRIFF AUF 3 KIRCHEN IN SURABAYA

Der Vorfall 

  • Am 13. Mai kam es während der Sonntagsgottesdienste innerhalb weniger Minuten zu Selbstmordanschlägen auf 3 Kirchen in Surabaya, der zweitgrößten Stadt Indonesiens (Ostjava).  Die Attentäter waren alle Mitglieder einer einzigen 6-köpfigen Familie:  Vater, Mutter und ihre 4 Kinder. Die Zahl der Toten inklusive der 6 Attentäter beträgt 18, jene der Verletzten über 40. In allen 3 Fällen verhinderten kirchliche Sicherheitsdienste, dass die Attentäter in die Kirche selbst eindringen konnten und damit viele weitere Opfer. 

Attentate auf weitere Kirchen wurden nach Angaben der Polizei verhindert, darunter auf die Kathedrale vom Hl. Herzen Jesu in Surabaya; der Attentäter wurde verhaftet. 

Noch am gleichen Tag reklamierte der IS die Attentate via seiner Agentur Amaq News für sich.  

  • Es sind dies die tödlichsten Anschläge seit 2005: Im Mai 2005 wurden bei 2 Anschlägen in der mehrheitlich von Christen bewohnten Stadt Tentena (Zentral-Sulawesi)  22 Menschen getötet und über 40 verletzt. Die meisten der Opfer waren Christen.  Die erste Bombe explodierte auf einem belebten Markt, die zweite 15 Minuten später. Am 1. Oktober forderte eine Serie von Selbstmordanschlägen auf Bali 20 Tote; verantwortlich dafür war die Terrororganisation Jemaah Islamiyah (JI). 
  • Der Anschlag auf die 3 Kirchen ist der tödlichste IS-Anschlag in Indonesien; der erste IS-Anschlag erfolgte 2016 in Jakarta und forderte das Leben von 4 Zivilisten. Und es ist dies der erste von einer Frau erfolgreich durchgeführte Anschlag in Indonesien sowie  der erste überhaupt, an dem eine ganze Familie einschließlich Kinder beteiligt war. 

Der Hergang der Kirchenattentate 

Angriff auf katholische Kirche 

  • Der erste Angriff erfolgte am Beginn der Frühmesse um 7.30 in der katholischen Kirche Hl. Maria Unbefleckte Empfängnis an der Jalan Ngagal. Durchgeführt wurde er von den beiden Söhnen Yusuf (18) und Alif (16), die auf einem Motorrad daherkamen. Noch bevor sie den Kircheneingang erreichten, wurden sie vom Sicherheitsdienst gestoppt, sodass die Explosion vor der Kirche erfolgte. Insgesamt starben 6 Messbesucher sowie die 2 Attentäter; mehrere Personen wurden verletzt. Unter den Toten sind auch der freiwillige Sicherheitsdienst Aloysius Bayu Rendra Wardhana, 2 kleine Kinder und eine Geschäftsfrau aus Westjava.
  • Aloysius Bayu Rendra Wardhana war Mitglied des freiwilligen kirchlichen Sicherheitsdienstes. Er stellte sich den beiden Attentäter in den Weg, hinderte sie am Betreten der Kirche und rettete damit die rund 500 Messbesucher. Unfähig näher zu kommen, zündeten die Selbstmordattentäter ihre Bomben, die sie im Rucksack hatten, töteten sich selbst und 6 Christen. Bayu war jung verheiratet und hinterlässt eine Frau und ein 3 Monate altes Baby. 
  • Unter den Toten sind auch 2 Kinder, die beiden  Brüder Nathanael Ethan Hudojo (8) und Vicentius Evan Hudojo (11); ihre Mutter Wenny Angelica wurden schwer verletzt. Sie stiegen gerade aus dem Auto aus, das vom Vater gefahren wurde, als die Terroristen die Bombe vor der Kirche zündeten. Evan starb sofort, Nathanael erlag Stunden später seinen Verletzungen im Krankenhaus; ihm sollte ein Bein amputiert werden. Der Mutter wurde nur erlaubt, sich von ihren Kindern zu verabschieden, danach musste sie wieder ins Spital zurück. Angeschlossen an Schläuchen und auf einer Tragbahre nahm sie am Gottesdienst teil. Sie besprengte ihre 2 toten Kinder mit Duftwasser und legte ihnen ihre Lieblingsspielsachen in den Sarg. Es war Muttertag. 
  • Ein weiteres Opfer ist Lim, eine Frau aus Tangerang (Banten, Westjava), die sich zu Geschäftszwecken in Surabaya aufhielt; und obwohl ihr Hotel näher bei der Kathedrale lag, entschied sie sich zum Besuch der Sonntagsmesse in der  Marienkirche. „Das war vielleicht der Plan Gottes“, sagte ihr Sohn Kurianto, der mit seiner Familie angereist war, um die sterblichen Überreste seiner Mutter nach Tangerang zu bringen. „Sie hat sich entschieden in die Kirche in Ngagel zu gehen, laut Berichten eine der ältesten Surabayas. Wir verzeihen der Verantwortlichen. Meine Mutter ist nun im Hause des Herrn“, sagte Kurnianto. 
  • P. Alexius Kurdo Irianto, Pfarrer  der Kirche: „Trotz unserer tiefen Trauer vergeben wir den Verantwortlichen des Verbrechens und beten für die Schuldigen und die Organisatoren dieser horrenden Akte: der Herr möge ihren Geist erleuchten.“

Angriff auf protestantische Kirche 

Der 2. Angriff galt der protestantischen Kirche Christian Church of Indonesia  an der Jalan Diponegoro. Ausgeführt wurde er von der Mutter Puji Kuswati (43)  und den Töchtern Fadilia (12) und Rizkhita (9). Sie trugen Selbstmordwesten und bahnten sich den Weg zur Kirche; ein Wachdienst stoppte sie, worauf sie ihre Westen vor dem Gebäude zündeten. Bei diesem Attentat kamen nur die 3 Selbstmordattentäterinnen selbst ums Leben; der Sicherheitsmann wurde verletzt. 

Angriff auf  Pfingstkirche 

  • Der Vater Dita Oepriatro (48) hatte Frau und Töchter vor der protestantischen Kirche abgesetzt und fuhr dann seinen mit Sprengstoff beladenen Toyota Minivan weiter in die Jalan Arjuna zur Surabaya Centre Pentecostal Church, wo es um 7.35 lokaler Zeit zur Explosion vor der Kirche kam. Dabei wurden 7 Personen, darunter der Attentäter, getötet. Dieser Anschlag verursachte den größten Schaden: die Explosion war so stark, dass der Plafonds des Kirchengebäudes einstürzte. 
  • Die Kirchengemeinde trauert um die Kirchenverwalterin Martha Djumani, die sich erst am Vortag verlobt hatte, sowie um Daniel Agung (17), der seinem Vater beim Einparken der Autos der Gottesdienstbesucher half. Er und der Sicherheitsbeamte Giricatur (52) verloren ihr Leben, als sie versuchten den Minivan des Attentäters anzuhalten, als dieser auf das Kirchengelände fuhr. 
  • Der Pastor Rev. Yonathan Budiantoro sagte, der Frühgottesdienst sei bei den Gläubigen am beliebtesten; der Anschlag erfolgte gegen Ende des Gottesdienstes. Gefragt, was geschehen wäre, wenn es der Attentäter in die Kirche geschafft hätte, sagte er:  „Ich kann es mir gar nicht vorstellen. Es hätte sehr viel mehr Opfer gegeben. Ich kann mir die Todeszahl gar nicht vorstellen, wenn der Sprengstoff in Kirche explodiert wäre.“  

Solidaritätsaktionen 

  • Noch am Sonntagabend wurden Solidaritätskundgebungen und Mahnwachen in mehreren Städten Indonesiens abgehalten:  Surabaya, Yogyakarta, Jakarta und Manado (Nord-Sulawesi). An diesen nahmen Angehörige aller Religionsgemeinschaften teil.  „Die Bewohner von Surabaya werden die Terrorgruppen bekämpfen … das ist der Charakter der Stadt, ohne Mut bist zu kein Bewohner Surabayas, sagte Faridz Afif, Obmann der lokalen Zweiges der Ansor Jugendbewegung, die mit Nahdlatul Ulama (NU), der größten Moslemorganisation Indonesiens verbunden ist. 
  • Alissa Wahid, Gründer von Gusdurian Network Indonesia, richtete eine Spendenhomepage ein, um Geld für die Opfer und ihre Familien zu sammeln. „Ich lade alle von uns ein, Sympathie und Unterstützung für die Familien der Opfer zu zeigen. Unsere Hilfe kann das Leid nicht beenden, aber sie ist ein Zeichen der Einheit und des Mitgefühls unter den Menschen.“ 

TERRORWELLE  

  • Am Sonntagabend (13.5.) ereignete sich eine weitere  Bombenexplosion in Sidoarjo (Ostjava), bei der 3 verdächtige Terroristen ums Leben kamen. Die Explosion erfolgte um 9.15 abends in einer Wohnung im 5. Stock einer Billig-Wohnsiedlung beim Zusammenbau einer selbstgemachten Bombe durch A.W. Er, seine Frau P.S. und ihr ältester Sohn R.A.R. wurden dabei getötet. Die anderen 3 Kinder wurden verletzt und in das Polizeispital in Surabaya gebracht. 

Am Sonntag (13.5) tötete die Polizei 4 JAD-Mitglieder in Cianjur (Westjava) und verhaftete 2 weitere. 

  • Am Montag (14. Mai)  um 8.50 in der Früh wurde ein Selbstmordanschlag auf das Polizeihauptquartier in der Jalan Sikatan in Surabaya  verübt. Die Attentäter waren Mitgliedern einer 5-köpfigen Familie. Die Attentäter versuchten mit ihren 2 Motorrädern in die Station zu fahren, aber die Bombe explodierte als der Wachposten sie am Tor stoppte. Nach der Explosion sah man wie ein Mädchen (8), eingezwängt zwischen den toten Eltern, aufzustehen versuchte. Ein beherzter Polizeioffizier namens Roni Faisal  rannte hin und rettete das Kind aus dem Inferno. Das Kind ist nun in der Intensivstation im Port Health Centre Hospital (PHC). 4 Erwachsene, darunter eine Frau, die die Bombe trug, starben bei dem Anschlag. 
  • Die Anschläge wurden von 3 verschiedenen Familien durchgeführt, die aber miteinander verbunden waren und auf Anweisung des IS agierten. Sie waren alle Mitglieder des JAD. Dito Oeprirato, der den Anschlag auf die Pfingstkirche durchführte, war der Führer der JAD-Zelle in Surabaya.  
  • Am 15. Mai kam es zu einer Schießerei zwischen der Polizei und einer Gruppe von Terroristen in Surabaya. Einer wurde dabei getötet. Am gleichen Tag wurden in Nordsumatra während einer Polizeioperation 2 verdächtige Terroristen getötet und weitere verhaftet. 
  • Am 16. Mai wehrte die Polizei von Riau (Zentral-Sumatra) einen Terrorangriff auf ihr Hauptquartier in Pekanbaru ab.  Die Beamten töteten 4 Attentäter und verhafteten den fünften. Eine Gruppe von 5 Terroristen brach um 9 Uhr früh an Bord eines Minivans in das Polizeigelände ein und überwand die Sicherheitsbarrieren. Maskiert und mit Macheten bewaffnet töteten sie einen Polizisten und verletzten einen weiteren. Ihre Kollegen eröffneten das Feuer auf die Terroristen und erschoss 4 von ihnen. Der Fahrer versuchte zu entkommen, wurde aber später verhaftet und ist nun im Gefängnis. 

HINTERGRUND 

Terrororganisationen: JAD und JAT 

  • In Indonesien gibt es 2 verschiedene vom IS inspirierten Terrorgruppen:  JAD und JAT. Beide haben über den ganzen Archipel verstreut Terrorzellen. 
  • Die JAT (Jamaah Ansharut Tauhid) ist aus der Jemaah Islamiyah (JI) hervorgegangen, die 2002 für den Bombenanschlag auf  Bali verantwortlich war. Abu Bakar Bashir war Mitbegründer der JI und gilt als Oberhaupt der JAT. Mitglieder von JAT verübten 2011 Selbstmordanschläge auf eine Kirche in Zentraljava (Solo) sowie auf eine Moschee in Westjava. 
  • JAD wurde 2015 durch Fusion  verschiedener Fraktionen unter Führung des einflussreichen indonesischen  Geistlichen und verurteilten Terroristen Aman Abdurrahman gegründet.  Abdurrahman sitzt eine 9-jährige Haftstrafe ab, u.a. wegen verschiedener Anschuldigungen des Terrors einschließlich des Angriffs 2016 in Jakarta. Von seiner Zelle aus dirigiert er seine Anhänger, führt Rekrutierungen durch und betreibt IS-Propaganda. JAD zielt auf die Errichtung eines Kalifats in Indonesien ab und sieht sich berechtigt, dafür Gewalt anzuwenden. Die Gruppe ruft zu Angriffen auf die Polizei auf, die sie als „ungläubig“ betrachtet. Der Nationalen Anti-Terroragentur zufolge ist  JAD gegenwärtig die gefährlichste Terrororganisation in Indonesien. 
  • JAD-Anführer Aman Abdurrahman wird gegenwärtig im Haftzentrum des Hauptquartiers der National  Police Mobile Brigade (Mako Brimob) in  Kelapa Dua (Region Depok, Westjava)  festgehalten. 

Am 9. Mai  brachen dort  Unruhen unter den verhafteten Terroristen aus. Es wird vermutet, dass die Rebellion eine Vergeltung ist für die Inhaftierung des nationalen JAD-Führers Aman Abdurrahman und  des JAD-Führers des Ostjava-Zweiges Zainal Anshory. Bei diesem Aufstand starben 6 Personen, darunter 5 Mitglieder der Antiterroreinheit Densus 88 und 1  Häftling. Diese Elitetruppe wurde 2003 nach dem Bali-Attentat eingerichtet; sie gilt, was das Verhindern von Angriffen anlangt,  als die beste Anti-Terrortruppe der Welt. 

Radikalisierung der Gesellschaft 

Studien 

  • Ein paar Wochen vor dem Angriff hat die Regierung eine Studie veröffentlicht, laut der sich knapp 25% der Universitätsstudenten für ein Kalifat aussprachen. Eine weitere Studie ergab, dass 8 % zum gewaltsamen Jihad bereit sind. 
  • Eine Umfrage von Saiful Mjuani Research and Consulting ergab, dass 9,2% der Bevölkerung (etwa 20 Mio)  der Meinung sind, dass die „Idee des islamischen Staates die beste für Indonesien wäre“. 
  • Studie der Wahid Foundation:  Nur 11% der Befragten sprachen sich vehement gegen die Idee eines Islamischen Staates aus. Etwa 59% gaben an, Akte der Intoleranz gegen Nichtmuslime verübt zu haben. Rund 11.5 Millionen sind „geistig“ bereit eine radikale und  fundamentale Veränderung der indonesischen Gesellschaft herbeizuführen. 
  • Gleichzeitig ergab ein Bericht aus 2016 zum Terrorismus in Indonesien, dass im Vergleich zu seinen 200 Millionen Einwohnern die  Zahl der Rekrutierungen des IS aus dem Land eine der niedrigsten in der Region war. Etwa 1.100 Indonesier sind zur Unterstützung des IS nach Syrien gereist. Mehr als 500 sind noch in Syrien und über 100  wurden getötet. Der Rest ist nach Indonesien zurückgekehrt, wobei einige dieser Rückkehrer  noch immer aktiv mit der Gruppe verbunden  sind. 

Gleichgewicht droht zu kippen 

Franz Magnis-Suseno SJ:  Der islamische Extremismus wurde auch von den großen muslimischen Organisationen Muhammadiyah und Nahdlatul Ulama (NU) unterschätzt. In letzter Zeit haben sich auch junge Mitglieder der NU und vor allem der Muhammadiyah begeistert dem Extremistenführer Habib Rizieq Shihab  (FPI-Gründer) angeschlossen. Es ist also möglich, dass wir eine Verschiebung des Gleichgewichts im indonesischen Islam erleben. Die Radikalen erklären sich zu Repräsentanten des gesamten indonesischen Islam, pochen auf die islamische Identität und nehmen eine zentrale Rolle auf der politischen Bühne ein. 

Der deutsche Jesuit lebt seit 57 Jahren in Indonesien und unterrichtet an der Philosophischen Hochschule Jakarta sowie an der Universität Indonesia.

Blasphemie-Anklagen 

  • Das Gesetz ist seit 1965 in Kraft und soll „Missbrauch und die Diffamierung der Religionen“ verhindern. Während der 32-jährigen Präsidentschaft Suhartos kam das Blasphemie-Gesetz nur 10-mal zur Anwendung. Seit seinem Sturz 1998 jedoch ist mit der zunehmenden Politisierung des Islams die Zahl kontinuierlich gestiegen und faktisch jeder Angeklagte wurde auch verurteilt. 
  • Der bekannteste Fall ist der des christlichen Ex-Gouverneurs von Jakarta, der, um seine so gut wie sichere Wiederwahl zu verhindern, wegen Blasphemie angeklagt und verurteilt wurde. In jüngster Zeit traf der Bannstrahl Sukmawati Sukarnoputri, dritte Tochter des Staatsgründers Sukarno. Während einer TV-Modeschau las sie laut ein Gedicht vor, das besagt, dass  der islamische Schleier nicht so schön ist wie der traditionelle Haarknoten und der islamische Gebetsruf nicht so melodiös wie eine traditionelle indonesische Ballade.

Wien, Mittwoch 23. Mai 2018 

 

CHRISTEN AUF DER ABSCHUSSLISTE

CHRISTEN  AUF  DER  ABSCHUSSLISTE

Indonesien – Kenia – Dagestan -  Sudan – Nigeria  

INDONESIEN: SCHWERTANGRIFF AUF PRIESTER UND MESSBESUCHER 

Vorfall 

Am 11. Februar 2018 hat ein Attentäter während der Sonntagsmesse 4 Personen, darunter den Priester attackiert und verletzt. 

Die Tat ereignete sich in der St. Lidwina-Kirche im Bezirk Sleman, in der Nähe von Yogyakarta (Java). Der Attentäter mit Namen Suliyono ist in die Kirche eingedrungen und hat ein Schwert gezückt mit der er 4 Personen  verletzte, darunter den Priester, der die Frühmesse um 7.30 zelebrierte. Beim Priester handelt es sich um den Jesuitenpater deutscher Herkunft, P. Karl-Edmund Prier (81), der seit 1964 in Indonesien lebt. 

„Er zückte ein Schwert und hat mich verletzt“ sagte Permadi, das erste Opfer, das an der Schulter verletzt wurde. Andere Gläubige wurden am Kopf getroffen, und in der allgemeinen Panik gelang es dem Angreifer sich dem Altar zu nähern und den Geistlichen zu verletzten und einige Jesus- und Marienstatuen zu köpfen. 

Ein Pfarrangehöriger rief die Polizei, die versuchte mit ihm zu verhandeln und ihn zu verhaften. Auf seine Weigerung hin schoss ein Polizist und verletzte ihn schwer. Der Attentäter wurde ins Krankenhaus gebracht, wo sich auch die anderen Verletzten befanden. 

Der Angreifer – radikalisierter Student 

  • Der Angreifer ist ein 23-jähriger Universitätsstudent namens Suliyono aus Bayuwangi in Ostjava. Er hat sich radikalisierte nachdem er während seines Studiums auf Sulawesi etlichen religiösen Organisationen beitreten war. In einer Moschee in Yogyakarta hat er im Internet nach Waffen und der nächstgelegenen Kirche gesucht. Für das Attentat hat er sein Handy gegen ein Schwert eingetauscht. 
  • Der Chef der Nationalpolizei Tito Karnavian sagte AFP, dass Suliyono um einen Reisepass ansucht hätte, um nach Syrien zu gehen; dieses Ansuchen wäre aber an ID-Problemen gescheitert. Die Polizei versucht herauszufinden ob er allein oder als Teil einer Gruppe gehandelt hat.  Die Polizei bezeichnet ihn als Terrorverdächtigen und erhob gegen ihn Anklage wegen Religionsverfolgung, Besitz einer scharfen Waffe und Terrorismus. Nach dem Terrorgesetz aus 2003 könnte ihm die Todesstrafe drohen. Nach ärztlicher Versorgung wurde er am 14. Februar zu weiteren Einvernahmen nach Jakarta überstellt. 

KENIA: CHRISTEN  AN  SCHULE  ERMORDET 

Der Angriff 

  • Am Morgen des 16. Februars 2018 sind al-Shabaab-Jihadisten  in die Grundschule von Qarsa  im Bezirk Wajira (NO Kenia, an der Grenze zu Somalia) eingedrungen. Einige Lehrer haben ihre Unterkunft an der Schule. 2 christliche Lehrer wurden getötet: Kevin Shari und Seth Oluoch Odada. Seths Frau Caroline wurde ebenfalls ermordet. Das Paar hat erst kürzlich geheiratet. Ein weiterer Lehrer erlitt schwere Schussverletzungen. Laut Aussage eines Zeugen habe ein Jihadist gerufen: „Die Ungläubigen müssen ausgemerzt werden“. Es besteht der Verdacht, dass die islamischen Terroristen von ortskundigen Personen unterstützt wurden. 
  • Am 19. Februar erklärte die Polizei, dass sie Abdow Shukri Isack – einen Einwohner des Ortes  - im Zusammenhang mit dem Angriff verhaftet hat. Zuvor hat der Polizeikoordinator für die Nordost-Provinz gesagt, dass man versuche, Maalim Yusuf Abdullah, einen Bewohner von Wajir, zu verhaften, der vom Sicherheitsdienst als Mastermind der Attacke angesehen wird,  sowie 2 verdächtige Komplizen: Daudi Ahmed Mohammed und Abdirashid Ibrahim Osman. 

Flucht der Lehrer 

  • Aus zunehmender Sorge, dass al Shabaab eine neue Gewaltwelle in der Region lostreten könnte, flüchten  nun Berichten zufolge die Lehrer aus der Gegend. Am Montag, den 20. Februar, ist eine Anzahl von Lehrern am TSC-Hauptquartier (Teachers Service Commission) in Nairobi eingetroffen und hat eine Versetzung in sichere Gebiete gefordert. 
  • „Ich habe noch nie so viel Angst unter den Lehrern gesehen. Viele von ihnen wollen weggehen, aber ich habe gehört, dass die Schulleiter sie daran hinderten“, sagte P. Alfred Murithi, ein römisch-katholischer Priester in der Stadt Wajir.  „Ich denke, dass die Angreifer Angst verbreiten und die Bildung in dieser Region zum Erliegen bringen möchten. Wir fragen nach dem Gesamtmotiv. Wir denken, es ist widersinnig.“  Dem Priester zufolge sagen christliche Lehrer, dass sie sich vielen Herausforderungen gegenübersehen, wie Diskriminierung durch die lokalen Behörden wegen der Religion, weil sie keine Muslime sind. „Jene, die in den Städten sind, sagen, dass sie weniger Herausforderungen begegnen, aber jene in den ländlichen Gebieten sind nicht willkommen und werden von der Gemeinde als Außenseiter behandelt“, sagte P. Murithi. 
  • Wajir ist, wie andere Bezirke in der Region, mehrheitlich muslimisch, aber in öffentlichen wie privaten Schulen sind die Lehrer mehrheitlich Christen  (rd. 60%). Die Region gilt als hoch gefährlich, wegen ihrer Nähe zu Somalia, der traditionellen Basis von al Shabaab, dem ostafrikanischen Ableger von al Qaeda. 

Frühere Angriffe gleichen Musters 

Es ist dies nur das letzte Attentat in einer Reihe gleichen Musters: Muslime wurden verschont und Nichtmuslime getötet: 

  • September 2013 – Massaker in der Westgate Mall 

Das erste Mal geschah dies im September 2013 im Einkaufszentrum Westgate in Nairobi, wo sich die Terroristen 4 Tage lang verschanzten und 67 Tote und 175 Verletzte hinterließen. Jene Geiseln konnten sich retten, die in der Lage waren Koranverse zu zitieren und korrekte Antworten auf Fragen zum islamischen Glauben zu geben.  

  • 22. November 2014 – Busfahrt in den Tod 

Jihadisten stoppen den mit 60 Personen besetzten Bus von Mandera nach Nairobi und sonderten die Nicht-Muslime aus, um sie sodann gezielt zu töten. Wer nicht aus dem Koran zitieren konnte, wurde erschossen. Unter den insgesamt 28 Getöteten waren zumindest 19 Christen. Mandera liegt an der Grenz zu Somalia. 

  • 2. Dezember 2014 – Massaker in einem Steinbruch 

Bei einem Angriff kurz nach Mitternacht auf ein Zeltlager von Arbeitern eines Steinbruchs wenige Kilometer von Mandera entfernt, töteten al Shabaab Jihadisten 36 Nichtmuslime, die meisten von ihnen Christen. Sie sonderten die Nichtmuslime aus und töteten sie mit Kopfschuss aus nächster Nähe. 

  • 2. April 2015 – Massaker in Universität von Garissa 

Im Morgengrauen des Gründonnerstags stürmten al Shabaab Jihadisten, ausgestattet mit AK 47, die Universität Garissa und töteten 148 christliche Studenten und verletzten 79. Muslime wurden verschont. Garissa ist Hauptstadt der an Somalia grenzenden Nordost-Provinz.

  • 7. Juli 2015 – nächtlicher Angriff auf Steinbrucharbeiter 

Bei einem nächtlichen Angriff auf ein Dorf in der Nähe von Mandera wurden 17 Menschen getötet, 11 weitere verletzt. Sie haben Sprengsätze in die Häuser geworfen und auf die Menschen geschossen. Die Opfer haben vorwiegend in einem nahegelegenen Steinbruch gearbeitet. Ein Al-Shabaab-Sprecher jubelte:  “Wir haben über zehn Christen getötet”. 

  • 2. Dezember 2015 – Busüberfall: Muslime retten Christen das Leben 

Erneut überfielen al-Shabaab Jihadisten einen Bus in der Absicht, die christlichen Fahrgäste zu  töten. Doch die mitreisenden Muslime weigerten sich geschlossen, sich von den Christen trennen zu lassen und retteten ihnen so das Leben. 2  Christen mussten dennoch ihr Leben lassen, später erlag auch ein muslimischer Mitreisender den beim Überfall erlittenen Verletzungen. 

Muslime – 8% 

  • 83 % der Einwohner sind Christen, 8  %  Muslime. Muslime leben vorwiegend im Osten des Landes:  in der an Somalia grenzenden Nordost-Provinz (Hauptstadt Garissa)  sowie in der Küsten-Provinz (Hauptstadt Mombasa). Rund die Hälfte von ihnen sind Somalis. Dazu kommen noch Flüchtlinge aus Somalia (1/2 bis 1 Mio). 
  • Im Weltverfolgungsindex 2018 nimmt Kenia Rang 32 ein; Im Index 2017 war es noch Rang 18. 

DAGHESTAN: KIRCHGÄNGER  ERSCHOSSEN 

Am Sonntag, den 18. Februar 2018, wurde auf Gläubige ein Anschlag verübt, als sie nach einem Gottesdienst die russisch-orthodoxe St. Georgs-Kathedrale in Kizljar (Republik  Daghestan) verließen. Zu dem Anschlag hat sich der IS (Islamische Staat)  bekannt. 5 Frauen wurden getötet und 4 Personen verletzt, bevor Sicherheitskräfte den Attentäter erschossen. 

Tathergang 

  • Als die Gottesdienstbesucher die Kirche nach der Malsenitsa Feier verließen, eröffnete der Attentäter das Feuer auf sie. Maslenitsa ist eine Vergil am letzten Tag vor der Fastenzeit. „Wir haben den Gottesdienst beendet und begannen die Kirche zu verlassen. Ein bärtiger Mann rannte auf die Kirche zu und schrie ‚Allahu Akbar‘ und tötete 4 Menschen. Er trug ein Gewehr und ein Messer. Es wird angenommen, dass er nur das Gewehr beim Angriff verwendete“, sagte der russisch-orthodoxe Priester P. Pavel. 
  • Alle Getöteten waren Frauen, darunter die Kardiologin Lyudmila Scherbakova, ihre Schwester Vera Morgunova, eine Gemeindeführerin; Nadezha Terliyan und Irina Melkomova. Alle 4 starben auf der Stelle. Das 5. Opfer, Vera Blinnikova (60),  starb während der Operation; ihr wurde in die Brust geschossen. 

2 weitere Frauen wurden schwer verletzt: Nadezha Kushnaryova (69) und Natalia Pletukhina (63); sie wurden nach Moskau überstellt. Die beiden anderen Verletzten sind ein Polizist und ein Nationalgardist. 

Attentäter – IS-Anhänger 

  • Der Attentäter Khalil Khalilov (22)  stammt aus dem Distrikt Tarum (Daghestan). Er wird verdächtigt, Verbindungen mit einer „extremistischen“ Organisation zu haben. Er hat keine kriminelle Vergangenheit, sein Name war Polizei und Sicherheitsbehörden nicht bekannt. Er scheint ein „Schläfer-Jihadist“ gewesen zu sein, denn ein Video zeigt, wie er dem IS Treue schwört und dabei Arabisch spricht. 
  • Der IS hat in einer von Amaq veröffentlichten Stellungnahme die Verantwortung für das Attentat übernommen. In dieser Stellungnahme wird der Attentäter „Kahlil Daghestani, Soldat des Islam“ genannt. 

IS-Brief: „Haut auf ihre Nacken und erschlagt jeden ihrer Söhne“  

  • Der IS ruft in einem veröffentlichten Brief seine Anhänger auf, Christen in den „russisch-okkupierten muslimischen Gebieten“ zu entführen und zu ermorden. Tschetschenien, Inguschetien, Dagestan und Kabardino-Balkaria sind mehrheitlich muslimische Republiken in Russland. Der IS nennt die russische Herrschaft eine Okkupation. 
  • Der Brief mit dem Titel „Haut auf ihre Nacken und erschlagt jeden ihre Söhne“ behauptet, dass Russland bewusst mehrheitlich muslimische Gebiete im Kaukasus und Zentralasien besetzt hätte, um Muslime zum Christentum zu bekehren oder sie gewaltsam zu vertreiben. Die SITE Intelligence Groupe  hat den Brief am 22. Februar veröffentlicht. In seinem Brief bezeichnet der IS den Kirchenangriff in Dagestan als ein Beispiel dafür was seine Anhänger tun sollten. Der Attentäter, den der IS-Brief einen „außerordentlichen Mujtahid“ nennt, verwendete ein Jagdgewehr, um Menschen, die die Fasten-Vergil  Maslenitsa besuchten, zu töten. Der Mann trug einen Bart und schrie „Allahu Akbar“. 
  • „So Allah will wird dies zu weiteren blutigen Anschlägen führen, die eine größere Zahl christlicher Kämpfer in all den russisch-okkupierten muslimischen Gebieten vernichten werden. Viele von ihnen werden als Strafe für ihren Unglauben an Allah den Allmächtigen getötet werden und dies wird in den Herzen Hunderttausender ihrer Brüder Angst und Schrecken auslösen und sie aus Angst fliehen lassen.“
  • Der Brief ruft die Muslime auf, Christen, die in Russland leben, zu entführen und zu töten sowie Erpressung anzuwenden: „Lasst jeden Moslem wissen, dass das Blut dieser kämpfenden Christen und ihr Geld erlaubt ist, und dass sie als Geiseln zu nehmen, um Lösegeld zu erpressen oder sie gegen muslimische Gefangene auszutauschen, erlaubt ist. So lasst uns die für jedermann gute Tat verrichten“, heißt es in dem Brief. 

SUDAN: PASTOR  MIT GESAMTER  FAMILIE  ERMORDET

  • In der Nacht vom 2. März 2018  wurde der  sudanesische Pastor Stephen Toms Abur mit seiner ganzen Familie von maskierten Männern regelrecht abgeschlachtet. Ein Hausjunge, der sich unter dem Dach des Hauses während des Überfalls versteckt halten konnte, berichtete, dass die Mörder von Pastor Stephen zunächst eine Erklärung verlangten, warum er ihre Warnungen, mit der Verkündigung des Evangeliums aufzuhören, nicht beachtet hatte. Daraufhin fing er an, ihnen von Jesus zu erzählen. Nachdem die Peiniger ihn zunächst geschlagen hatten, versuchten sie ihn zu zwingen, sich an seinen Töchtern Rachel und Priscilla zu vergehen. Da er sich weigerte, fesselten sie ihn und zwangen ihn zuzusehen, wie sie zuerst seine Töchter und dann seine Frau Beatrice „wie ein Stück Vieh in Teile zerlegten“. Er starb mit dem unter den Konvertiten in Darfur beliebten Loblied „Halleluja Hosanna“ auf den Lippen. 
  • Nach der Hinrichtung der gesamten Familie setzten die Angreifer die Kirche in Brand. Wie durch ein Wunder ist keiner der hundert Konvertiten, die in der Kirche schliefen, umgekommen. Konvertiten in Darfur werden von ihren Familien verstoßen und suchen deshalb Unterkunft in einer der Kirchen. 28 Personen von ihnen waren zum Zeitpunkt, als der Bericht erstellt wurde,  noch im Krankenhaus zur Behandlung ihrer teils schweren Verletzungen. 

 

NIGERIA: FULANI-NOMADEN TÖTETEN  IM  MÄRZ   225 CHRISTEN  

  • In Nigeria sind im März 225 Christen von Fulani-Nomaden getötet worden. Das meldet das christliche Hilfswerk International Christian Concern (Washington) und fordert die nigerianische Regierung auf, mehr für den Schutz seiner Bewohner zu tun. Die meisten Fulani sind Viehhirten und teilweise in den vergangenen Jahren von Jihadisten unterwandert worden. Neben den religiös motivierten Übergriffen spielen auch Landstreitigkeiten zwischen den (muslimischen) Nomaden und den (christlichen) Bauern immer wieder eine Rolle. 
  • Laut dem zuständigen Regionalleiter des Hilfswerks, Nathan Johnson, haben im März 27 Übergriffe auf Christen stattgefunden. In mehr als 75 Prozent aller Fälle seien die Opfer unbewaffnete und schutzlose Zivilisten gewesen. 

Allein im Bundesstaat Plateau starben 107 der 225 getöteten Christen. Aufgrund der Übergriffe flüchteten Tausende Familien. Trotzdem habe es keine nennenswerten Versuche seitens der nigerianische Regierung gegeben, die Fulani-Nomaden zur Rechenschaft zu ziehen oder zu entwaffnen, so Johnson. 

Nach seinen Angaben ereignete sich der letzte größere Übergriff durch Fulani-Nomaden am 14. März in Dörfern der Regionen Dekina und Omala (beide Bundesstaat Kogi). Dabei seien insgesamt etwa 50 Personen getötet worden. 

Wie Johnson der Zeitung „Christian Post“ (Washington) sagte, stecken hinter den Attacken durch die muslimischen Nomaden neben wirtschaftlichen oder ethnischen vor allem religiöse Beweggründe. Dies zeigten Angriffe auf Pastoren und die Zerstörung von Kirchen. Johnson vermutet, der muslimische Präsident Muhammadu Buhari leite bewusst keine Schritte gegen die Fulani ein. Es könne für ihn der „politische Selbstmord“ sein. Sein Vater entstammt dem Volk der Fulani. 

  • Von den 177 Millionen Einwohnern Nigerias sind 48 Prozent Christen und 51 Prozent Muslime. Auf dem Weltverfolgungsindex 2018 nimmt Nigeria Rang 14 ein; im Index 2017 war es Rang 12. 

Wien, Mittwoch 26. April 2018 

 

Muslimischer Premierminister regiert mehrheitlich katholisches Land

http://www.kath.net/news/62074

17 Dezember 2017

Muslimischer Premierminister regiert mehrheitlich katholisches Land

Indonesier, die sich auf einer entlegenen Mindano Insel niederließen, nehmen den katholischen Glauben an

INDONESIER, DIE SICH AUF EINER ENTLEGENEN MINDANAO INSEL  NIEDERLIESZEN, NEHMEN DEN KATHOLISCHEN GLAUBEN AN

www.ucanews.com 18. 10. 2017

Evangeline Musaling-Pacinabo

  • Die Religion ihrer Eltern hinderte Evangeline Musaling-Pacinabo nicht, den katholischen Glauben anzunehmen und die Gute Nachricht auf der entlegenen Insel im Süden der Philippinen zu verkünden. Evangelines muslimische Eltern emigrierten in den 1940er Jahre, am Höhepunkt des 2. Weltkrieges, von Indonesien auf die kleine Insel Balut in der südlichen Provinz Davao Occidental.
  • Im Laufe der Zeit wurden einige Migranten und ihre Nachkommen mit dem Segen ihrer muslimischen Eltern Katholiken. “Ein Katechet  war entscheidend für meine Annahme des Glaubens”, sagte Evangeline, die später einen Philippino heiratete und Katechetin wurde. Seit  22 Jahren geht Evangeline die entlegene Gemeinde und die umliegenden  Inselchen ab, um mit den Menschen ihre Erfahrung zu teilen und sie im Glauben zu unterweisen.

Insel Balut 

  • Die  Insel Balut bildet das  verschlafene Zentrum der  Stadt Saragani, die auf den Inseln Balut  und Saragani liegt. Von den Philippinen kann man die Insel nur nach einer 9-stündigen Bootsreise von General Santos City aus erreichen, dem nahen urbanen Zentrum auf Minandao.
  • Für Indonesier, die die Celebes See überqueren, die die Philippinen durch eine 4-stündige Bootsfahrt von Indonesien trennt, ist Balut das Tor zu Mindano.
  • Die Inselbevölkerung von 24.000, die aus Muslimen und Mitgliedern des B’laan Stammes besteht, lebt hauptsächlich von Fischfang und Kokosnüssen.

Evangeline – Katechistin und Religionslehrerin 

In den Außenbezirken der Stadt gibt Evangeline weiter, was sie auf Seminaren und Workshops ihrer Pfarrgemeinde gelernt hat. “Meine meiste Zeit ist kirchlichen Aktivitäten gewidmet“, erzählt sie ucanews.com in ihrer kleinen schilfbedeckten Hütte, die sich nur einen Steinwurf von der Pfarrkirche entfernt befindet. Neben Workshops und Seminaren, die sie in den 12 Basisgemeinden der Pfarrei hält,  unterrichtet Evangeline auch Religion in den lokalen Grund-  und Mittelschulen.

Einladendes Zeugnis der Katholiken 

  • Evangeline sagte, dass bis zu 10% der indonesischen Haushalte auf der Insel Balut den katholischen Glauben angenommen haben. Daten des indonesischen Konsulats in Davao zeigen, dass in der südphilippinischen Region von Mindanao  bis zu 9000 Personen „indonesischen Ursprungs sind”.

Evangeline sagte, dass sie und 6 ihrer Geschwister  “nicht  nur wegen der Lehren, sondern auch wegen der Einheit unter den Gläubigen in der Pfarre Katholiken wurden. Seit ich Katholikin geworden bin, habe ich eine größere Familie, wenn wir auch nicht blutsverwandt sind.“

„Das Leben ist großartig wenn Gott im Zentrum steht, selbst wenn wir arm sind”, sagt die Mutter von 3 Kindern. „Wenn der Glaube an Gott stark ist, dann werden die Schwierigkeiten, denen wir begegnen, leicht“, fügt sie hinzu.

  • P. Saturnino Andoy, Pfarrer der Pfarrei Santa Teresita del Nino, sagte, dass die Indonesier “aus eigenem Willen Katholiken wurden. Wir zwingen sie nicht oder rekrutieren sie aktiv, damit sie sich uns anschließen”, sagte der Priester, der die Anziehungskraft des Glaubens für die  Indonesier  auf das Zeugnis der Pfarrmitglieder zurückführt.

P. Andoy sagte, dass die Frömmigkeit der philippinischen Katholiken auf der Insel sehr stark ist und die anderen Religionen der Region nicht diskriminiert.  “Unsere Türen sind immer offen für jeden, der unseren Glauben annehmen oder an unseren Feiern teilnehmen will“, sagte der Priester. An den Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der Pfarrei Anfang Oktober beteiligten sich auch nicht-katholische Bewohner und teilten Essen mit den Gläubigen im Pfarrkonvent.

Wien,  Mittwoch 22. November 2017