VATIKAN-CHINA – ABKOMMEN UND SEINE GIFTIGEN FRÜCHTE

VATIKAN-CHINA-ABKOMMEN UND

SEINE GIFTIGEN FRÜCHTE 

GEHEIMABKOMMEN – EIN  DESASTER  

  • Am 22. September 2018 unterzeichneten die Volksrepublik China und der Heilige Stuhl ein Provisorisches Abkommen zur Ernennung von Bischöfen. Vom Inhalt des geheim gehaltenen Abkommens ist inoffiziell nur bekannt, dass dem Regime in Peking von Papst Franziskus das alleinige Nominierungsrecht bei den Bischofsernennungen eingeräumt wurde. 
  • Die erhoffte Entspannung blieb jedoch aus. Auf das Entgegenkommen Roms folgte kein Entgegenkommen Pekings. Das kommunistische Regime bewegte sich um keinen Millimeter. 
  • Das Abkommen, das von Anfang heftig kritisiert und von Kardinal Zen sogar als Verrat bezeichnet wurde, wird auch von unabhängigen Experten als ein völliges Desaster angesehen: Jüngste Beweise liefern der Konflikt im Bistum Xuanhua (Provinz Hebei)  und die Zerstörung katholischer Kirchen im Bistum Fengxiang (Provinz Shaanxi). 
  • Aus dem Vatikan gibt es aber keine Reaktionen. Dort schweigt man seit September zu den Negativmeldungen, den Kirchenzerstörungen, den Verhaftungen, den Druck und den kirchenfeindlichen Gesetzen und Bestimmungen. 

PRIESTER LÄSST UNTERGRUNDBISCHOF VERHAFTEN 

Vatikan-China-Abkommen als Rechtfertigung 

  • Eine Folge des Geheimabkommens sind die Verhaftungen von Msgr. Augustin Cui Tai, Untergrundbischof von Xuanhua (Provinz Hebei)  und seines Bischofsvikars Zhang Jianlin. 

Zum Jahreswechsel wurden der Bischof und sein Bischofvikar verhaftet und 15 Tage festgehalten.  Ende März wurde Untergrundbischof Cui Tai erneut verhaftet. Sein Aufenthaltsort ist unbekannt. 

  • Bei den Behörden angezeigt wurden sie von einem ihrer eigenen Priester, Franziskus Zhang Li. Er begründete seinen Schritt mit dem „Wunsch“ von Papst Franziskus, die Untergrundkirche aufzulösen und geschlossen in die schismatische, regimehörige Patriotische Vereinigung überzuführen. Es sei der Wille des  Papstes die Kirche in China zu einen, indem der Bischof von Xuanhua und die Diözese sich der „offiziellen“ chinesischen Kirche anschließen. Der Priester beschuldigt seinen Bischof, die Anweisungen von Papst Franziskus zu missachten und rief deshalb die Gläubigen auf, nicht länger ihren Bischof zu folgen, sondern zur Regimekirche zu wechseln.
  • Von Papst Benedikt XVI. wurde jedoch die Unvereinbarkeit zw. der katholischen Kirche und der Patriotischen Vereinigung erklärt, eine Entscheidung, die von Papst Franziskus nicht rückgängig gemacht wurde. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus. Franziskus hob vor der Unterzeichnung des Geheimabkommens die Exkommunikation aller Bischöfe auf, die Mitglied der Patriotischen Vereinigung sind, und erkannte sie als legitime Bischöfe an, obwohl sie ohne Einwilligung Roms von den Kommunisten ernannt und eingesetzt worden waren.

Der abtrünnige Priester Zhang Li 

  • Franziskus Zhang Li ist seit 30 Jahren Priester. Seine Evangelisierungsarbeit im Bistum Xuanhua wird durchaus anerkannt. Zhang Li wollte schon seit einiger Zeit von der Untergrundkirche zur „offiziellen“ Kirche überwechseln, was nur gegen den Willen seines Bischofs möglich gewesen wäre, wie andere Untergrundpriester berichten. Mit der Unterzeichnung des Geheimabkommens sah er plötzlich einen „regulären“ Weg, indem er den Übertritt als Erfüllung des päpstlichen Willens erklärte und das Ausharren seines Bischofs in der Untergrundkirche zu Ungehorsam gegen den Wunsch von Papst Franziskus nach einer „geeinten und offiziellen Kirche“ anprangerte. Zhang Li bildete mit einigen anderen Priestern und Gläubigen eine Gruppe, deren Ziel es ist, die Gläubigen zum Übertritt in die „offizielle“ Kirche zu drängen.
  • Wegen der dadurch erzeugten „Verwirrung“ verhängte der Generalvikar des Untergrundbischofs kurz vor Weihnachten 2018 Sanktionen gegen den Priester. Wenige Tage später wurden der  Bischof und sein Generalvikar von der Polizei abgeholt und verschwanden für 15 Tage im Polizeigewahrsam. 
  • Am vergangenen 3. März bestätigte Bischof Cui Tai die Suspendierung des Priesters, wenn es ihn auch „schmerzt“, wie AsiaNews berichtete. Der Priester erkenne aber sein Bistum Xuanhua und seinen Bischof nicht mehr an. Zhang Li selbst gab bekannt, dass er vom „offiziellen“ Bistum Zhangjiakou angestellt sei und bezahlt wird. Daraufhin wurde der Bischof Ende März erneut verhaftet. 

Bischof-Koadjutor Cui Tai des Bistums Xuanhua

Bistum Xuanhua und offizielle Diözese Zhangjiakou  

  • Das Bistum Xuanhua (Provinz Hebei), das von Augustin Cui Tai als Bischof-Koadjutor geleitet wird, wurde 1946 vom Heiligen Stuhl errichtet. 
  • 1980 errichtete das kommunistische Regime die „offizielle“ Diözese Zhangjiakou, der sie die Bistümer Xuanhua und Xiwanzi einverleibte. Die romtreue Untergrundkirche und die regimehörige „offizielle“ Kirche bilden die beiden Flügel der gespaltenen Kirche. Die Spaltung ist von den kommunistischen Machthabern gewollt. Sie ist ihr Produkt. 

Bischof Cui Tai wurde wiederholt Opfer staatlicher Willkür. 

Dazu gehören mehrere Festnahmen. Er weiß nicht, wann die Polizei vor der Tür steht, und er weiß nicht, wohin er dann gebracht wird. Manchmal begnügen sich die kommunistischen Machthaber mit dem Hausarrest, manchmal muss er ins Gefängnis, andere Male kommt er ins Konzentrationslager. Kardinal Joseph Zen, die graue Eminenz der chinesischen Untergrundkirche, setzte sich wiederholt für seine Freilassung ein. Das „Verbrechen“ von Bischof Cui Tai: Er evangelisiert und pocht auf die freie Religionsausübung einer freien Kirche. 

KIRCHENZERSTÖRUNGEN IN DIÖZESE FENGXIANG 

Katholische Kirche in Qianyang niedergerissen 

  • Am 4. April 2019 wurde die katholische Kirche in Qianyang in der Provinz Shaanxi auf Weisung der Behörden abgerissen. Das Gebäude umfasste im ersten Obergeschoss den Kirchenraum und im Erdgeschoss ein Ambulatorium für die Armen, das von katholischen Ordensleuten geführt wurde. Am 4. April wurde alles dem Erdboden gleichgemacht. 
  • Die Pfarrei zählt gut 2000 Gläubige und ist Teil des Bistums Fengxiang (Shaanxi) 

Marienheiligtum von Mujiaping – vor Abriss 

  • Am 10. April in der Früh rückten 600 Polizisten mit Regierungsvertretern an, um das Marienheiligtum von Mujiaping zu zerstören. Das Heiligtum befindet sich in der Diözese Fengxiang in der Provinz Shaanxi. Vorgewarnt versammelten sich bereits am Vorabend (9. April) rund 200 Gläubige auf der Treppe vor der Kirche und harren dort im Gebet aus, um das Heiligtum zu verteidigen. AsiaNews zitiert die Katholiken mit den Worten: „Wir sind bereit, unser Leben zu geben.“ Die Staatsmacht rückte in dreifacher Stärke an, „weshalb es sehr schwierig sein wird, sie aufzuhalten“. 
  • Das Marienheiligtum von Mujiaping liegt in der sehr armen Berggegend von Taibai. Die Kirche ist dem Herzen Jesu geweiht. Die Gläubigen pilgern jedoch vor allem zu einem Marienstandbild, das sich an der Kirche befindet. 
  • Die Gläubigen bitten über AsiaNews alle Christen, für den Erhalt des Heiligtums und den Schutz der dortigen Christen zu beten. 

Weitere Kirchenzerstörungen geplant 

In den nächsten Tagen sollen lt. behördlicher Angaben mindestens 3 weitere katholische Kirchen im Bistum Fengxiang zerstört werden.

Fengxiang – Sonderfall 

  • Das Regime erhöht massiv den Druck auf die Kirche in Fengxiang, die ein Sonderfall im kommunistischen Großreich darstellt. Es ist das einzige Bistum in der Volksrepublik, in der weder Priester noch Laien der regimehörigen Patriotischen Vereinigung angehören. Es gibt nur die romtreue Untergrundkirche. Der Kommunistischen Partei ist es bisher nicht gelungen, ihr politisch motiviertes Schisma hineinzutreiben. Entsprechend lautet die Aufforderung eines Staatsfunktionärs, wie AsiaNews berichtet: „Wenn ihr euch nicht in die Patriotische Vereinigung einschreibt, werden wir alles zerstören.“
  • Bis 2017 wurde das Bistum von Mgsr. Lucas Li Jingfeng geleitet. Insgesamt musste Bischof Li Jingfeng 20 Jahre seines Lebens in kommunistischen Konzentrationslagern verbringen. Brechen konnten ihn die Kommunisten aber nicht. Noch mit 80 Jahren wurde er 2001 ein letztes Mal verhaftet. Am 17. November 2017 starb er im hohen Alter von 96 Jahren. Seither führt der 54jährige Msgr. Peter Li Huiyuan das Bistum im Geist seines  Vorgängers, der ihn mit päpstlichen Mandat zum Koadjutor ernannt und zum Bischof geweiht hatte. 

BELOHNUNG FÜR DENUNZIANTEN

  • In Guangzhou, der Provinzhauptstadt von Guangdong in Südchina, hat die städtische Abteilung für ethnische und religiöse Angelegenheiten auf ihrer Website eine Bekanntmachung herausgegeben, in welcher Belohnungen versprochen wurden, wenn der Behörde eine Mitteilung wegen „illegaler religiöser Aktivitäten“ gemacht werde. Wer eine solche Information liefert, bekommt eine Belohnung von bis zu RMB 10.000 (€ 1.300). Somit können Bürger also nun Geld machen, wenn sie irgendwelche Informationen über Aktivitäten nichtregistrierter Hausgemeinden melden. Die Höchstprämie gibt es, wenn es dadurch zu einer Verhaftung kommt. Auch die Meldung von Aktivitäten nichtchinesischer christlicher Führer wird in der gleichen Weise belohnt. Durch diese Anstiftung der Nachbarn zum Verrat wird nun die Überlebenschance für Hausgemeinden drastisch reduziert.
  • Wobei das nicht nur Christen betrifft, sondern auch andere religiöse Gruppierungen. Besonders schwer haben es die muslimischen Uiguren im Westen Chinas, wenn sie sich nicht der kommunistischen Diktatur unterordnen. Das Gatestone Institute schreibt dazu: ” Mehr als eine Million Menschen werden aus keinem anderen Grund als ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder Religion in Konzentrationslagern in der sogenannten Autonomen Region Xinjiang Uygur festgehalten.”

Wien, Mittwoch 17. April 2019 

 

MIT ESSEN UND REGEN – Drei buddhistische Mönche fordern Gott heraus

MIT ESSEN UND REGEN

Drei buddhistische Mönche fordern Gott heraus

www.livenet.ch 1.4.2019

Elijah und die buddhistischen Mönche 

Es geschah in Südasien: Elijah war gerade mitten in einer regelmäßigen Schulung für Christen und zukünftige Gemeindeleiter, als ein buddhistischer Mönch in der Tür stand. Elijah lud ihn ein und der Mönch blieb den ganzen Tag dort und hörte zu. Am Abend fragte er Elijah, ob er am nächsten Tag mit zwei Freunden wiederkommen könnte – Elijah stimmte zu.

Am nächsten Morgen waren die drei Mönche pünktlich im Schulungsraum. «Sie blieben mehrere Tage», berichtet Tim vom Missionswerk Global Disciples, das Elijah unterstützt. «Aber als sie im Unterricht hörten, wer Jesus ist, was er macht, wie nahe wir Jesus sein können und was es bedeutet, Christ zu sein, sagten sie letztlich zu Elijah: ‘Einer muss hier aber falsch liegen – entweder ist der buddhistische Weg der richtige oder der christliche…’» Die drei Männer fragten Elijah, ob er bereit sei zu testen, wer denn wirklich Gott ist. Sie schlugen vor, in einen Wald zu fahren, dort zu fasten und zu beten und wenn Gott oder Jesus ihnen Mittagessen bringen und es regnen würde, dann würden die drei Jesus als ihren Herrn annehmen.

Gott wird herausgefordert

Die vier Männer reisten in den Dschungel und dort angekommen, begannen sie zu beten. Tim berichtet, dass um 12.30 Uhr mittags ein Mann im Wald brüllte. Er stolperte auf die Lichtung, in der sich Elijah und die drei Mönche befanden. Der Mann hatte sich hier im Dschungel verlaufen und während sie miteinander redeten, öffnete er seinen Rucksack und teilte sein Essen mit den vier Männern. 

«Gott, machst du so was?»

Das erste Wunder war eingetroffen – doch es regnete immer noch nicht. Und das war auch nicht verwunderlich, befand man sich doch in der Trockenzeit. Nicht eine einzige Wolke war am Himmel zu sehen. Irgendwann verließen die Mönche den Wald wieder, das Mittagessen hatte sie noch nicht überzeugt. 

Tim berichtet: «Elijah kämpfte innerlich mit Gott, so sehr, dass er am ganzen Körper zu schwitzen begann. Er fragte Gott: ‘Machst du wirklich solche Sachen? Würdest du es regnen lassen?’» Irgendwann ging auch Elijah nach Hause – und um 17 Uhr nachmittags begannen sich Wolken zu sammeln und es regnete so heftig, dass er den Abendgottesdienst absagen musste.

Ein neues Leben

Am nächsten Morgen kamen die drei Mönche zum Schulungsgebäude und erklärten, dass sie Jesus Christus als Herrn und Retter annehmen wollten. Sie ließen sich heimlich von Elijah taufen und vergruben ihre Mönchsroben an dem Ort im Wald, an dem sie mit Elijah gegessen hatten – als symbolisches Zeichen dafür, dass sie ihr altes Leben zurückließen und ein neues Leben mit Jesus begannen. «Heute evangelisieren diese drei ehemaligen buddhistischen Mönche und arbeiten mit Drogenabhängigen ihres Landes», berichtet Tim.

TIBET: ERSTAUNLICHE BESTELLUNGEN

Buddhistische Mönche wollen Bibeln – für Eigenbedarf

www.livenet.ch 29.3.2016

Christliche Radiosendungen in Tibetisch 

  • Tibetische Mönche sowohl in Tibet wie auch in Indien, Nepal und Bhutan möchten mehr über Jesus erfahren. Dies geschieht unter anderem über das Radio, berichtet die «Advancing Native Missions» (ANM). Durch den Partner-Sender «Good News for Tibet Radio», der seit 25 Jahren aktiv ist, werden neben Sendungen über Geschichte, Kultur und Gesundheit auch immer Inhalte über die Lehre Jesu vermittelt.
  • Jährlich reagieren mehrere tausend Menschen auf die Beiträge, sei dies durch Briefe, E-Mails oder Telefonate. Zudem wird auf Wunsch auch ein regelmäßiger Infobrief versendet. Ein Mönch antwortete darauf laut ANM: «In den vergangenen Jahren habe ich regelmäßig von euch Post erhalten sowie eine Bibel. Ich habe sie gelesen, das hat meine Augen zu vielen Wahrheiten geöffnet. Ich war wirklich in der Dunkelheit verloren.»

«Schickt mir bitte eine Bibel»

Ein anderer Hörer schrieb aus dem Militär im Namen von elf Angehörigen seiner Einheit. «Euer Programm ist hilfreich und sehr wichtig für uns. Wir mögen die Lieder und die tibetanischen Sprichwörter. Wenn wir einen Newsletter empfangen, hängen wir ihn jeweils ans Anschlagbrett, so dass jeder ihn lesen kann.»

Ein tibetischer Muslim berichtete, dass ihm früher jemand ein Bilderbuch über das Leben Christi geschenkt habe. «Ich las darin von Gottes Liebe für die Welt. Deshalb wollte ich mehr über die Lehre von Jesus wissen. Ein Freund hat mir gesagt, dass man davon in der Bibel mehr erfährt. Schickt mir doch bitte eine.»

Mönch bestellt Bibel

  • Jemand anderer schrieb, der Sender sei wie ein «erfrischender Regen in der Wüste». Auch der oberste Mönch eines buddhistischen Klosters meldete sich. Er schrieb: «Es ist mein Verlangen, über alle Religionen Bescheid zu wissen. Insbesondere will ich mehr über das Leben und die Lehre des Herrn Jesus erfahren. Wenn ihr ein Buch über sein Leben und seine Lehren habt, schickt es mir bitte.»
  • Ein anderer Mönch schrieb, er wolle Christ werden und bat um Hilfe. Ein anderer Hörer meldete sich aus einer wüstenartigen Region, die von verschiedenen Einflüssen geprägt ist. «Aber Gott bringt Regen und verändert Leben durch die Botschaft eures Senders.»

Wien, Mittwoch 17. April 2019 

VON JESUS BERÜHRT – «Ich hatte das Gefühl, als würde etwas in mir brennen»

VON JESUS BERÜHRT

«Ich hatte das Gefühl, als würde etwas in mir brennen»

www.livenet.ch. 22.3.2018

Khamisi 

Khamisi wuchs mit sieben Geschwistern in einem streng muslimischen Elternhaus in Kenia auf. Sein Vater nahm die Kinder regelmäßig mit in die Moschee und sorgte dafür, dass sie jede Woche den Islamunterricht besuchten. «Mein Vater war sehr streng mit allem, was Religion anging», so Khamisi gegenüber dem Missionswerk African Enterprise. «In unserer Familie war nur eine Religion erlaubt.»

Als Khamisi zehn Jahre alt war, starb sein Vater, was die Familie vor erhebliche Schwierigkeiten stellte. «Wir waren finanziell völlig am Ende. Meine älteren Geschwister und meine Mutter arbeiteten sehr hart, damit wir genug zu essen hatten, aber wir mussten um jede Mahlzeit kämpfen. Armut gehörte ganz selbstverständlich zu unserem Leben dazu.» 

Neue Freiheit

So sehr der Verlust des patriarchalischen Vaters ihr Überleben gefährdete, so sehr brachte er der Mutter auch die nötige Freiheit, um sich mit dem christlichen Glauben auseinanderzusetzen. «Meine Mutter wollte schon lange mehr über Jesus lernen, doch durch die strengen Vorschriften unseres Vaters hatte sie das nie gewagt», erinnert sich Khamisi. 

Khamisis Mutter und sein älterer Bruder schlossen sich einer christlichen Gemeinde an und wurden Nachfolger Jesu. Doch Khamisi und einer seiner jüngeren Brüder widersetzten sich dem neuen Glauben. «Wir wollten die Religion unseres Vaters behalten», erzählt er, «also gingen wir weiterhin in die Moschee.» Khamisi hatte durch seine Freunde und im Religionsunterricht in der Schule vom christlichen Glauben gehört. Doch er blieb hartnäckig in seiner Ablehnung und sein Herz war Jesus gegenüber für die nächsten fünf Jahre verschlossen. 

Wie gebannt

Dann geschah etwas Ungewöhnliches. Eines Sonntags wollte er sich mit einem seiner Brüder in dessen Gemeinde treffen, um etwas abzuholen. Als er dort ankam, war der Gottesdienst noch im Gange. «Ich setzte mich in die letzte Reihe und wartete darauf, dass der Gottesdienst zu Ende gehen würde. «Während des Lobpreises hatte ich das Gefühl, als würde etwas in mir brennen», berichtet er. Gottes Wort und Gottes Geist hatten begonnen, sein Herz zu berühren! «Ich saß  wie gebannt auf meinem Platz und hörte Gottes Wort, als wäre ich genau dazu hierhergekommen.» 

Als der Pastor fragte, ob irgendjemand nach vorne kommen und sein Leben Jesus übergeben wolle, konnte Khamisi nicht widerstehen. «Was auch immer in mir brannte, wurde stärker», sagt er. «Ich wurde durch die Kraft des Heiligen Geistes zum Altar gezogen und spürte zum ersten Mal in meinem Leben, dass ich Jesus brauchte.» Der Pastor betete für ihn, als er Jesus als seinen Herrn und Rettern annahm und wiedergeboren wurde. Seine Familie war überglücklich! 

Ein neuer Vater

Khamisi besuchte einen Jüngerschaftskurs. Der Hauptpastor nahm sich seiner an, um ihm zu helfen, im Glauben zu wachsen. «Heute nenne ich ihn meinen geistlichen Vater», so Khamisi. «Als er von meinen Lebensumständen hörte, übernahm er meine Schulgebühren. Ich besuchte eine Schule in Malindi-Stadt, was ich mir niemals zu erträumen gewagt hätte. Noch nie in meinem Leben hatte ich solch einen Liebesbeweis gesehen.» 

So wuchs er im Glauben, las mit ungebrochenem Eifer in der Bibel und lernte so viel er konnte über Gebet und Dienst in der Gemeinde. In seinem letzten Schuljahr wurde er Leiter der Christlichen Union und gab Zeugnis, wann immer er konnte. 

In der Trauer getragen

Letztes Jahr stellte ihn der Tod seiner Mutter vor eine große Herausforderung. «Sie zu verlieren, war der tiefste Punkt meines Lebens, seit ich gerettet wurde», berichtet er. «Sie wurde durch eine Krankheit von uns genommen, als wir sie am meisten brauchten.» Er und seine Geschwister haben damit schwer zu kämpfen, aber sie fühlen sich durch ihre Gemeinde sehr getragen. 

Khamisi schloss sich einem Team von African Enterprise an, nachdem im Jahr zuvor ein Team an seiner Schule gewesen war. «Ich freue mich darauf, jungen Menschen Gottes Wort weiterzugeben. Ich wünsche mir, dass sie durch unsere Begegnung Gottes Liebe auch so erleben können, wie ich sie erleben durfte.»

Wien, Mittwoch 10. April 2019 

CHRISTLICHE MISSION UNTER BESCHUSS – JOHN ALLEN CHAU

CHRISTLICHE MISSION UNTER BESCHUSS

JOHN ALLEN CHAU 

John Allen Chau (*18. 12.1991, + 16.-18. 11.2018)

  • Mitte November letzten Jahres wurde der junge amerikanische Missionar John Allen Chau bei dem Versuch ermordet, den Sentinelesen das Evangelium zu bringen. 
  • John Allen Chau wurde als Sohn eines während der Kulturrevolution aus der Volksrepublik China geflohenen Psychiaters und einer US-amerikanischen Anwältin in Alabama geboren. Er wuchs mit drei Geschwistern in Vancouver (Washington) auf. Die Familie gehörte der pfingstkirchlichen Glaubensgemeinschaft Assemblies of God an. Chau schloss das Studium Health and Exercise Science an der Oral Roberts University in Oklahoma mit einem Bachelor ab.

Sentinelesen 

Chaus Begegnung mit den Sintenelesen 

  • Der 26-jährige John Allen Chau aus Vancouver (Washington, USA) war Missionar von All Nations, einer internationalen Organisation für christliche Missionen, zu deren internationalen Leitungskreis namhafte Christen gehören.
  • John hat in Tulsa (Oklahoma) studiert. Während seines Studiums motivierte ihn der Wunsch, den Sentinelesen das Evangelium zu bringen. Er konnte nach dem Studium durch einen Freundeskreis die notwendigen Mittel aufbringen, um in Richtung der Nord-Sentinel-Insel aufzubrechen. 
  • Vor Ort fand er Fischer, die bereit waren, ihn zur Insel zu bringen. Als Gastgeschenk nahm er Fische mit auf die Insel. Die Leute nahmen sie. Einige Frauen wirkten offen. Das war am Vormittag. Er ging zum Boot zurück. Nachmittags machte er sich erneut auf ins Zentrum der Insel. Er rief den Menschen zu: „Jesus liebt euch!“ Ein Pfeil traf ihn und blieb in seiner Bibel stecken. Er zog sich zurück. Hatte Angst. „Herr, hilf“, betete er. Am Strand war sein  Kajak zerstört. John, ein erfahrener Outdoor-Typ, schwamm leicht verletzt durch die See zu den wartenden Fischern. Schrieb seine Gedanken und  Eindrücke auf. „Ich möchte nicht sterben“, hielt er fest. Dann machte er sich erneut auf. Er gab den Fischern zu verstehen, dass sie nicht auf ihn warten sollten. Er würde jetzt gehen. „Ich lebe oder sterbe“. Er machte sich erneut auf zur Insel, wo er wohl im Pfeilhagel umkam. 
  • John war ein erfahrener Reisender, der sich mit interkulturellen Themen auskannte und bereits an Missionsprojekten im Irak, in Kurdistan und Südafrika teilgenommen hatte. 

Sein Abschiedsbrief an die Familie 

John schrieb kurz vor seinem Tod an seine Familie: 

„Bitte lebt euer Leben in Gehorsam, wozu auch immer Gott euch berufen hat. Ich sehe euch wieder, auf der anderen Seite des Vorhangs. 

Dies ist keine sinnlose Sache. Das ewige Leben dieses Stammes steht auf dem Spiel, und ich kann es kaum erwarten, sie um den Thron Gottes zu sehen, den sie in ihrer eigenen Sprache anbeten, wie es in der Offenbarung 7,9-10 heißt. („Danach sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren Händen, und riefen mit großer Stimme: Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserem Gott, und dem Lamm!“) Ich liebe euch alle und ich bete, dass keiner von euch etwas auf dieser Welt mehr lieben möge als Jesus Christus. SOLI DEO GLORIA!“

CHRISTLICHE MISSION – NICHT MEHR ZEITGEMÄSS 

Unverständnis und Ablehnung durch säkuläre Gesellschaft  

  • Über Chaus Tod wurde weltweit berichtet und seine Aktion teils gewürdigt, teils kritisiert. Während christlich-evangelikale Missionsgesellschaften und Kirchen in den USA Chau zum Teil einen Märtyrer nannten, herrschten in weltlichen Medien Unverständnis und Ablehnung vor. 
  • Kritische Medien fragten, ob es Chau wirklich allein um Missionierung ging, oder nicht doch auch um Abenteuer.  In der medialen Aufarbeitung des Falls wurden gleichzeitig die Sinnhaftigkeit und die Folgen von Missionarsarbeit im 21. Jh.  diskutiert. Toby Luckhurst stellte in der BBC die Frage: „Helfen Missionare oder schaden sie?“ und verwies u.a. auf imperialistische Formen von Missionsarbeit und die Fortschreibung kolonialer Tradition durch Mission. 
  • Ulrich Delius, Direktor der Gesellschaft für bedrohte Völker, bewertete Chaus Aktion als „grob leichtsinnig“ und plädierte dafür, das Volk in Ruhe zu lassen. 
  • Chau wurde für seinen Missionsversuch mit dem ersten Platz eines Negativpreises, dem Darwin Award 2018, „ausgezeichnet“.  
  • Chaus Vater machte unterdessen christlich-evangelikale Missionsgesellschaften und Kirchen für den Tod seines Sohnes verantwortlich und bezeichnete moderne Missionare als „Fanatiker“. Er sagte einem Journalisten des Guardian, er und seine Familie hätten den Sentinelesen vergeben. 
  • „Ein Missionar von Eingeborenen mit Pfeilen getötet – das klingt nach 19. Jahrhundert“ und fragte entsprechend, „was für ein Glaube den jungen Missionar da eigentlich angetrieben hat“. Die Antwort ist: Der Glaube an Jesus und der Gehorsam gegen seinen Missionsauftrag. 

Rheinische Kirche gegen Mission unter Muslimen

  • Am Höhepunkt der „Flüchtlingskrise“ (Oktober 2015) veröffentlichte die Rheinische Kirche, die zweitgrößte evangelische Landeskirche Deutschlands, ein Positionspapier zur Mission unter Muslimen in Deutschland. 
  • „Eine Begegnung mit Muslimen in Konversionsabsicht widerspricht dem Geist und Auftrag Jesu Christi und ist entschieden abzulehnen.“ Stattdessen müssten Christen und Muslime gemeinsam „eine Vision versöhnter Verschiedenheit schaffen“. Begründet wird dieses Postulat aber nicht rein theologisch, sondern vornehmlich gesellschaftspolitisch: Der Versuch, Muslime zu bekehren, „bedroht“ laut den Verfassern „den innergesellschaftlichen Frieden“. Und weiter „In einer nicht konfliktfreien gesellschaftlichen Situation sollten Äußerungen der Kirchen dem friedlichen Zusammenleben aller dienen.“

Einen Missionsverzicht auch von Muslimen zu fordern, davon ist im  Papier natürlich nirgendwo die Rede. 

  • Allerdings muss auch gesagt, dass dieses Positionspapier innerhalb der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD)  nicht unwidersprochen blieb. Das belegt die Publikation der EKD „Missionsverzicht? EZW 2017“. 

Papst in Marokko: Diakonie ja, Verkündigung nein 

  • Während seines Besuches in Marokko sprach sich der Papst gegen eine «aktive Abwerbung Andersgläubiger» aus. Er sprach sich gegen jede direkte Gewinnung von Muslimen für Jesus aus. Christliches Beispiel allein sollte ihre Umgebung erleuchten.
  • Das ist genau das, was die Scharia den unter seiner Herrschaft lebenden Christen auferlegt: Im Stillen, wenn nicht gar Verborgenen ihr religiöses Leben zu führen und der islamischen Gesellschaft mit ihren Schulen und Liebeswerken zu dienen. Die Konversion von Muslimen steht unter Todesstrafe. 

Übernahme islamischer Konzepte – nicht zum ersten Mal 

  • Es ist nicht das erste Mal, dass islamische Konzepte des gegenseitigen Verhaltens der Weltreligionen auch westliches Denken beeinflussen. 
  • Das war schon in der Aufklärung so, als die vom Islam den Christen und Juden gewährte bescheidene Kultfreiheit zum Ideal der «Toleranz» hochstilisiert wurde. Und heute droht mit dem «Missionsverzicht» eine Annahme des muslimischen Missionsverbots für Andersgläubige als freiwilliges Angebot eines vorauseilenden Gehorsams … 

Wien, Mittwoch 10. April 2019