Zaragossa – die Basílica de Nuestra Señora del Pilar und das Heiligtum zur “Heiligen Jungfrau von der Säule”

Basílica de Nuestra Señora del Pilar 

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Die Basilika de Nuestra Señora del Pilar ist eine der bedeutendsten Wallfahrtskirchen in Spanien. Sie wird seit Jahrhunderten von Pilgern aus der ganzen Welt besucht. Sie ist der “Jungfrau des Pilar” geweiht und nicht nur die Stadtpatronin Zaragozas, sondern auch die Landespatronin aller spanisch-sprechenden Staaten. 

Die symbolische Bedeutung dieser Kirche und die Festlichkeiten, am 12. Oktober jedes Jahr – am Tag des Pilar, – wird in Zaragoza, dem spanischen Nationalfeiertag, groß gefeiert. 

Das Gebäude ist im wesentlichen in barockem Stil und wird von vier Türmen flankiert. Der Bau wurde im Jahr 1681 begonnen. Die neoklassische Hauptfassade stammt aus einer späteren Epoche. 

Im Inneren der Basilika sind besonders die Wandgemälde in der Kuppel, Arbeiten von Goya und Bayeau, wunderbar zu betrachten. 

Schön ist auch das Museum mit einer bedeutenden Sammlung religiöser Kunst.

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Die Erscheinung der Gottesmutter dem Hl. Apostel Jakobus dem Älteren im Jahr 40

Jakobus – Sohn des galiläischen Fischers Zebedäus und der Salome, einer Verwandten der Gottesmutter.
Der Bruder des Jakobus war der hl. Evangelist Johannes.

In Spanien führt die Gründung der ersten christlichen Gemeinden auf den hl. Apostel Jakobus zurück. Insbesondere ist es die Stadt Saragossa (spanisch: Zaragoza, von lateinisch: Caesaraugusta = “Stadt des Kaisers Augustus”), welche sich dieses Vorzugs rühmt. Hier habe der Heilige Apostel Jakobus auf seiner Missionsreise durch Spanien gepredigt und eine christliche Gemeinde um sich versammelt. Die Überlieferung berichtet von nur ganz wenigen Personen, die das Christentum angenommen hätten. Neun Jahre war der Apostel Jakobus schon in Spanien. Er scheute keine Mühe, aber das Netz, das er ausgeworfen, blieb fast immer leer. Eines Tages war Jakobus über all der Misserfolge mutlos. Er beklagte sich bitter bei seinen Gefährten, als sie am Ufer des Ebro die Zelte aufgeschlagen hatten.

Da erschien ihm die hl. Jungfrau Maria auf einem Pfeiler von Jaspis und tröstete ihn. Sie gab ihm gleichzeitig die Versicherung, dass durch seine Nachfolger erreicht würde, was er selbst nicht habe bewirken können. Sie gab ihm weiter den Auftrag, an dieser Stelle eine Kirche zu bauen.

Jakobus tat es, und seit dieser Zeit wird diese Kirche zur „Heiligen Jungfrau von der Säule“ oder “N.S. del Pilar”, genannt. Die Stadt Saragossa, die dieses Heiligtum birgt, ist eine der größten Wallfahrtsstätten Spaniens. Im Laufe der Geschichte ist es immer wieder wahr geworden, wie Maria ihr Heiligtum behütet hat. Maria von Agreda erfuhr in ihren Visionen, dass die Gottesmutter Maria für den hl. Apostel Jakobus zu Lebzeiten besonders betete, weil sie wusste, dass er zuerst unter den Aposteln sein Blut für den hl. Glauben vergießen sollte.
Der Heiland selbst machte Maria darauf aufmerksam, wie “die Apostel Ihm auf dem Wege des Kreuzes und des Leidens nachzufolgen hätten”. Sein Diener Jakobus solle der erste sein. Er wolle, dass dieser in Jerusalem den Marthertod erleide. Es sei notwendig, dass Maria denselben in Spanien besuche, und ihm den Befehl überbringe, sich nach Jerusalem zu begeben. Vorher aber müsse er in Spanien eine Kirche unter Marias Namen errichten. Christus gewährte Seiner Mutter diese Bitte.

Maria wurde von den Engeln nach Saragossa gebracht. Jakobus befand sich außerhalb der Stadt. Er betete in der Nähe des Ebro und hatte sich ein wenig von seinen Jüngern entfernt. Die Engel kamen mit Maria unter den Klängen himmlischer Musik. Jakobus und seine Jünger wurden innerlich ergriffen. Die Engel hatten eine Säule von Marmor oder Jaspis (= fein kristallener Quarzstein), und ein Bild der hl. Jungfrau. Maria selber offenbarte sich dem hl. Jakobus auf einem Wolkenthrone, der von Engeln umgeben war. In tiefster Demut verehrte der glückliche Apostel die Mutter seines Herrn. Zugleich erblickte er die Säule und das Bild.

SaragossaPilar

Die Jungfrau segnete ihn und sprach:
Mein Sohn Jakobus! Diesen Ort hat der Allerhöchste dazu bestimmt, dass du auf demselben ein Bethaus errichtest und heiligest, wo Er unter dem Titel meines Namens den Seinigen erhöht und groß gemacht haben will. Hier sollen Seine Gnadenschätze ausgeteilt werden, allen Gläubigen wird hier die alte Barmherzigkeit angeboten, welche sie durch meine Fürbitte zu erlangen suchen, wenn sie von ihnen nur mit wirklichem Glauben und gottgefälliger Andacht gesucht wird. Im Namen des Allmächtigen verheiße ich ihnen große Gnade und Segen. Dieser Tempel wird mein besonderer Erbteil sein. Zum Zeugnis dieser Wahrheit und meines Versprechens soll diese Säule hier bleiben und mein Bildnis auf dieselbe gesetzt werden. Sie wird an dem Orte, wo du die Kirche bauen wirst, mit dem heiligen Glauben bis ans Ende der Welt bleiben. Beginne unverweilt mit dem Bau. Nach seiner Vollendung gehe nach Jerusalem, dort sollst du nach dem Willen meines allerheiligsten Sohnes ihm das Opfer deines Lebens darbieten.”

Die Engel stellten auf Marias Gebot die Säule mit dem Bildnis auf derselben Stelle auf, wo sie noch heute zu sehen ist. Jakobus warf sich zur Erde, und die Engel feierten mit ihm die erste Einweihung der Kirche, welche zuerst in der Welt der großen Himmelskönigin geweiht worden ist. Dies war der Ursprung Unserer Lieben Frau von der Säule zu Saragossa. Nachdem Maria Jakobus den Segen erteilt hatte, wurde sie von den Engeln aufgehoben und nach Jerusalem zurückgetragen. Als die Erscheinung Mariens verschwunden war, gab Jakobus seinen Jüngern, die von der himmlischen Musik und dem hellen Glanze noch ganz benommen waren, die nötige Anweisung zur Erbauung einer Kirche. die er noch vor seinem Weggang von Saragossa vollendete. Der Evangelist Johannes hat von dieser Entrückung der Himmelskönigin nach Spanien keine Nachricht erhalten. Maria hat ihm davon nichts mitgeteilt. Als der Apostel Jakobus nach der Heimkehr aus Spanien durch Ephesus reiste, teilte er seinem Bruder Johannes die Begebenheit sowie auch den ersten Besuch mit, den er bei Granada von Maria gehabt hatte. In Jerusalem machte er diese Wunder den Gläubigen bekannt. Dieselben trugen sich vierzig Jahre nach der Geburt des Herrn zu. (Maria war schon einmal früher dem hl. Jakobus in Spanien erschienen anlässlich einer gegen ihn gerichteten schweren Verfolgung).

“Die Erscheinung Marias zu Saragossa erfolgte in der Nacht des 2. Januar (40), vier Jahre, vier Monate, zehn Tage, nachdem Jakobus Jerusalem verlassen hatte. Jakobus blieb noch ein Jahr, zwei Monate und 23 Tage in Spanien. Er starb am 25. März im Jahre 41 nach Christi Geburt. Maria war 54 Jahre, 4 Monate, als sie zu Saragossa erschien. Seither wird das Heiligtum “Unserer Lieben Frau del Pilar” in Saragossa verehrt. Es gilt heute noch als Nationalheiligtum Mariens für ganz Spanien. Die Marmorsäule ist in der Basilika zu sehen. Saragossa ist für die Spanier zu einem großen Wallfahrtsort geworden.